Gattung Ampedus Dejean, 1833

ColeopteraPolyphagaTarsen-5-5-5SternoxiaElateridaeAmpedinae
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse, L. Leseigneur, J. Sieg & M. Zeising)Literaturverzeichnis ⇒
Innerhalb der Unterfamilie durch die vorn rinnenförmig vertieften Prosternalnähte gekennzeichnet. Viele der zum Teil einander sehr ähnlichen Arten lassen sich nur mit Mühe und durch den Vergleich mit den verwandten Arten sicher bestimmen. Die Untersuchung des Genitals gibt oft keine Hinweise, da es zwischen den Arten kaum Unterschiede gibt und es darüberhinaus bei einigen Arten recht variabel ist. Bei Tieren mit einfarbig roten oder braunen Flügeldecken wird die Oberseitenfärbung vielfach gute Bestimmungshilfen geben, doch gibt es seltene Ausnahmen, in denen auf die Flügeldeckenfärbung kein Verlaß ist. Die Larven entwickeln sich räuberisch in totem Holz.
In der 'Fauna Europaea' sind 59 beschriebene Arten aufgeführt (P. Cate); die Meinungen über die Artberechtigung weiterer beschriebener Formen gehen bei den Spezialisten auseinander. Abbildungen der Typen der rotgeflügelten Arten im Budapester Museum siehe >>>http://coleocoll.nhmus.hu/kepek/Elaterodata/Ampedini/Ampedini_typephoto.html. Über 60 Arten aus Europa gemeldet. Die in der Tabelle nicht aufgeführten siehe >>>99
Die Tabelle von Reitter siehe ...Ampedus_Rtt
#1
Bräunlichgelb oder hell rotbraun, einfarbig oder der vordere Halsschild und die Flügeldecken bis auf die Basis etwas dunkler rotbraun [Abb. 1]. Der feine zusätzliche Kiel in den Halsschildhinterecken kann leicht übersehen werden [Abb. 2]. Siehe >>>Brachygonus
brachygonus_megerlei_hab.jpg
Abb. 1
brachygonus_megerlei_hsch.jpg
Abb. 2
→ 2-Anders gefärbt. Hinterecken einfach gekielt.
#2
→ 3Kopf, Halsschild und Flügeldecken schwarz.
→ 8-Oberseite anders gefärbt. Bei Arten mit schwarzen Flügeldecken ist entweder deren Basis oder der Halsschild zum Teil heller gefärbt.
#3
→ 4Halsschild nahe der Basis am breitesten und dort nicht breiter als die Flügeldecken hinter den Schultern.
→ 8-Halsschild in der Mitte am breitesten und zur Basis erkennbar verengt, in der Mitte etwas breiter als die Flügeldecken an den Schultern (nur abweichende Exemplare von Arten, deren Halsschild normalerweise nicht einfarbig schwarz ist).
#4
→ 5Fühler schlank, fadenförmig, die Glieder vom 3. Glied an alle erheblich länger als breit; Fühler und Beine rot bis rötlichbraun. Beachte auch >>>Procraerus mit vorn auf die Seiten untergebogener Halsschildseitenkante [Abb. 3] [Abb. 4].
procraerus_tibialis_vk.jpg
Abb. 3
procraerus_tibialis_hab.jpg
Abb. 4
→ 6-Mittlere Fühlerglieder vom 4. Glied an nach innen dreieckig erweitert, zum Teil nicht länger als breit, Halsschild wenigstens in den Vorderecken kräftig und dicht genabelt punktiert, der Punktabstand dort geringer als ihr Durchmesser. Ober- und Unterseite dunkel behaart. Fühler und Beine dunkel.
#5
nigrinus (Hbst., 1784)Fundmeldungen🗺ColeowebGesamtform gedrungener, Flügeldecken bereits von der Mitte an stärker gerundet verengt [Abb. 5] [Abb. 6], Punktstreifen nur flach eingedrückt; Fühler kürzer. Glied 2-3 zusammen kürzer als Glied 4 [Abb. 7] [Abb. 8]; Halsschild nach vorn deutlich gerundet verengt, ohne Mittelfurche vor der Basis, selten schwach angedeutet; Schenkeldecken nach Wurst & Kaupp (l.c.) ganzrandig [Abb. 9] oder mit flachem Ausschnitt [Abb. 10]; ich habe bisher nur Tiere mit Ausschnit - allerdings eine Spur flacher als bei auripes - gesehen. Abdominaltergit 8 beim ♂ gerundet zugespitzt [Abb. 11] [Abb. 12]. Halsschild mäßig dicht und ziemlich fein punktiert, die Punktzwischenräume auf der Halsschildscheibe viel größer als die Punktdurchmesser, die Punktur der Halsschildseiten nicht kräftiger und nur wenig dichter, ihre Zwischenräume auch dort so groß oder etwas größer als die Punktdurchmesser. Unterseite meist goldgelb, etwas dichter behaart, Schienen und Tarsen heller rötlich. Aedoeagus [Abb. 13] [Abb. 14]. Kleiner, Länge 6-9 mm. B: In feuchten rotfaulen Stubben von Erlen, seltener Eichen und anderen Laubhölzern. D: Von Sibirien über Nord- und Mitteleuropa sowie die im Süden daran angrenzenden Gebirge bis zu den Pyrenäen verbreitet; in Mitteleuropa wohl überall, im Norden nicht allzu selten, nach Süden und Westen seltener und fast nur in montanen Gebieten.
ampedus_nigrinus_hab.jpg
Abb. 5
ampedus_nigrinus_w_hab.jpg
Abb. 6
ampedus_nigrinus_f.gif
Abb. 7
ampedus_nigrinus_w_f1.jpg
Abb. 8
ampedus_nigrinus_us.gif
Abb. 9
ampedus_nigrinus_w_hbr.jpg
Abb. 10
ampedus_nigrinus_tergit.gif
Abb. 11
ampedus_nigrinus_m_ter.jpg
Abb. 12
ampedus_nigrinus.gif
Abb. 13
ampedus_nigrinus.jpg
Abb. 14
auripes (Reitter, 1895)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Gesamtform gestreckter [Abb. 15], Flügeldecken auffallend parallel, erst im letzten Drittel verengt, Punktstreifen deutlich vertieft; Fühler länger, Glied 2-3 zusammen so lang wie Glied 4, jedoch in der Regel nicht so schlank wie bei nigrinus [Abb. 16] [Abb. 17]; Halsschild trapezförmig, meist mit deutlicher Mittelfurche vor der Basis; Punktur wie bei nigrinus. Schenkeldecken mit tiefem Ausschnitt (♂) oder dieser ist flach [Abb. 18] [Abb. 19]; Abdominaltergit 8 beim ♂ stumpf endend [Abb. 20] [Abb. 21]. Unterseite mehr rotbraun, etwas schütter behaart. Aedoeagus [Abb. 22] [Abb. 23]. Größer, Länge 7-10,5 mm. B: Entwicklung in Nadelholz: Fichte, Weißtanne, Zirbelkiefer. D: Bayerischer Wald, Alpenraum, Sudeten (Oberschlesien locus typicus), Westkarpaten. Auf die Artverschiedenheit dieser beiden Formen haben zuerst Wurst & Kaupp (l.c.) hingewiesenen; ihre Zeichnungen der Trennungsmerkmale bei den Schenkeldecken und der Aedoeagusspitze stimmen aber leider nicht mit der Wirklichkeit überein; es sind bestenfalls Extremformen. Eine bessere Darstellung zur Trennung der beiden Arten geben Jarzabek-Müller & Müller (l.c.).
ampedus_auripes_w_hab1.jpg
Abb. 15
ampedus_auripes_f.gif
Abb. 16
ampedus_auripes_w_f1.jpg
Abb. 17
ampedus_auripes_us.gif
Abb. 18
ampedus_auripes_m_hbr1.jpg
Abb. 19
ampedus_auripes_tergit.gif
Abb. 20
ampedus_auripes_m_ter.jpg
Abb. 21
ampedus_auripes.gif
Abb. 22
ampedus_auripes1.jpg
Abb. 23
#6
scrofa (Germar, 1844)Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild matt erscheinend, auf der Scheibe dicht und grob punktiert, die Stege zwischen den Punkten überwiegend schmäler als deren Durchmesser [Abb. 24] und fein chagriniert; in der Hinterhälfte meistens mit deutlicher Längsrinne. 9,5-11,5 mm [Abb. 25]. B: In Nadelwäldern subalpin an Nadelholzstubben, auch im Wurzelbereich sowie an liegenden faulen Stämmen. Überwintert als Imago. Der Käfer erscheint von Ende Juni bis in den Sommer; im allgemeinen nicht selten, in den Mittelgebirgen seltener. D: Von Osteuropa über die Gebirge der nördlichen Balkanhalbinsel und des östlichen Europa bis Frankreich verbreitet, in Mitteleuropa in den höheren Gebirgen des Osten und im Harz, Thüringer Wald, Schwarzwald, sowie dem gesamten Alpengebiet. (=aethiops (Lacord., 1835))
ampedus_scrofa_vk.jpg
Abb. 24
ampedus_scrofa_hab.jpg
Abb. 25
→ 7-Halsschild glänzend, auf der Scheibe deutlich weniger dicht als an den Seiten punktiert, die Stege zwischen den Punkten deutlich größer als deren Durchmesser [Abb. 26], wo die Punktierung besonders in der Vorderhälfte gedrängt und genabelt ist. Eine Halsschildlängsrinne fehlt. 2 außergewöhnlich ähnliche Arten von 8-10 mm.
ampedus_nigerrimus_vk.jpg
Abb. 26
#7
brunnicornis Germ., 1844🗺ColeowebFühler kräftiger, ♂: Glied 2 kugelig, Glied 3 dreieckig erweitert, mindestens so breit wie lang [Abb. 27]. Aedoeagus gestreckt, der Kiel auf den Parameren ziemlich gerade [Abb. 28]. ♀: mittlere Fühlerglieder seitlich länger als breit. Selten sind die Flügeldecken kaffeebraun: var. zeisingi Lohse. B: Eine Art der alten Waldgebiete, die offenbar alte Baumruinen (Eiche, Buche) bevorzugt. D: Aus Frankreich beschrieben, in Mitteleuropa bisher nur im Westen sicher nachgewiesen. Niedersachsen, Oldenburg. Hessen, Rheinland. Möglicherweise in Mitteleuropa weiter als bisher bekannt verbreitet, aber bestimmt selten oder sehr selten. Die var. zeisingi bisher nur in Oldenburg. (=fontisbellaquei Jabl.)
ampedus_brunnicornis_f.gif
Abb. 27
ampedus_brunnicornis.gif
Abb. 28
nigerrimus (Lacord., 1835)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Habitus [Abb. 29]. Fühler schwächer. ♂: Glied 2 etwas gestreckter, Glied 3 wesentlich länger als breit, nach innen nur unwesentlich stumpfwinklig verdickt [Abb. 30]. Aedoeagus gedrungen, der Kiel auf den Parameren sanft S-förmig geschwungen [Abb. 31]. ♀: mittlere Fühlerglieder nicht oder kaum länger als breit. B: Die Larve entwickelt sich in ± feuchtem Mulm schattig gelegener alter Stubben, besonders von Eiche. D: Über fast ganz Europa mit Ausnahme des Nordens und Nordostens weit verbreitet, in Mitteleuropa vermutlich überall in urständigen Laubwäldern. Im allgemeinen selten, im östlichen Mitteleuropa häufiger. Angaben über unterschiedliche Stärke und Dichte der Halsschildpunktur sowie abweichende Kiefertasterfärbung sind irreführend.
ampedus_nigerrimus_hab.jpg
Abb. 29
ampedus_nigerrimus_f.gif
Abb. 30
ampedus_nigerrimus.gif
Abb. 31
#8
→ 9Flügeldecken ganz schwarz. Halsschild nahe der Mitte am breitesten und dort etwas breiter als die Flügeldecken hinter den Schultern.
→ 10-Flügeldecken nie einfarbig schwarz. Halsschild schmäler als die Flügeldecken hinter den Schultern, an der Basis am breitesten, nur nach vorn verengt.
#9
sinuatus Germ., 1844Fundmeldungen🗺ColeowebSchwarz, Halsschildhinterhälfte rot, -vorderhälfte schwarz, die Schwärzung bildet in der Mitte einen nach hinten einspringenden Winkel [Abb. 32]. Fühler und Beine schwarz, manchmal etwas rötlich aufgehellt, Tarsen rostrot. 7-9 mm. B: Die Larve entwickelt sich im trockenen Faulholz von Laubbäumen und Kiefern. Die Imagines werden meistens beim Abkätschern der Vegetation gefangen. D: Von Kleinasien und dem Kaukasus über den Balkan und das Karpatenbecken bis ins südliche Mitteleuropa verbreitet, isolierte Vorkommen auch in Norditalien und Ostfrankreich; in Mitteleuropa einerseits im Südost: Tschechoslowakei, östliches und südliches Österreich, andererseits im Südwest: Hessen, Baden, Nordschweiz. Nur stellenweise und selten oder sehr selten, vielfach in neuerer Zeit nicht mehr festgestellt.
ampedus_sinuatus_hab.jpg
Abb. 32
erythrogonus (Müll., 1821)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Schwarz, Halsschildhinter- und -Vorderwinkel, Fühler und Beine hell rötlich [Abb. 33]; selten fehlt der rote Fleck in den Halsschildvorderwinkeln, noch seltener der in den Hinterwinkeln. Diese Form ist dann vom ähnlich gefärbten nigrinus durch den breiten Halsschild zu unterscheiden. Aedoeagus [Abb. 34]. 5,5-7,5 mm [Abb. 35]. B: Entwickelt sich in morschem Laub- und Nadelholz, aus dem er im zeitigen Frühjahr zu sieben ist. D: Vom Kaukasus über Ost-, Nord- und Mitteleuropa westlich bis Ostfrankreich verbreitet; fehlt in Süd- und Westeuropa. In Mitteleuropa überall, in den nördlich der Alpen gelegenen Gebieten nicht besonders selten, sonst selten oder sogar fehlend.
ampedus_erythrogonus_vk.jpg
Abb. 33
ampedus_erythrogonus.jpg
Abb. 34
ampedus_erythrogonus_hab.jpg
Abb. 35
#10
tristis (L., 1758)🗺ColeowebFlügeldecken vorherrschend schwarz, der Seitenrand oder wenigstens die Epipleuren, die Basis und ein Längsfleck neben dem Schildchen hell braungelb; die schwarze Flügeldecken Färbung kann auf einen breiten Längsfleck in der Mitte reduziert sein, der dann gewöhnlich durch einen Ast zur Schulterbeule hin verlängert ist. Halsschild mäßig kräftig und dicht punktiert, der Untergrund chagriniert. 7-9 mm. B: Die Larve entwickelt sich in morschem Nadelholz. D: Von Nordasien nach Nordeuropa, sowie in den höheren Gebirgen des östlichen Europa und den Alpen verbreitet; in Mitteleuropa in den Beskiden, der Slowakei sowie den östlichen Alpen und deren Vorland verstreut und selten.
→ 11-Flügeldecken gelb, rot, oder selten braun. Wenn die Flügeldeckenfärbung aus einem schwarzen Längsfleck auf der Naht besteht, so ist ihre Grundfarbe rot und der Halsschild glänzend, nicht chagriniert.
#11
→ 123. Fühlerglied 3-eckig erweitert und verflacht, beim ♂ etwa von gleicher Form wie das 4., wenn auch etwas kleiner [Abb. 36], und beim ♀ weniger erweitert; Glied 3 ebenso chagriniert und punktiert wie die folgenden Glieder [Abb. 37].
ampedus_rufipennis_f.jpg
Abb. 36
ampedus_rufipennis_f.gif
Abb. 37
→ 14-3. Fühlerglied kurz oder gestreckt zylindrisch oder konisch, zur Spitze erweitert und etwas dreieckig (hjorti), dann jedoch nicht abgeflacht und glänzender, nicht oder spärlicher punktiert als das matt chagrinierte und dicht punktierte 4. Glied [Abb. 38] [Abb. 39].
ampedus_pomorum_f.gif
Abb. 38
ampedus_cinnabarinus_f.jpg
Abb. 39
#12
quadrisignatus Gyllenhal, 1817🗺ColeowebSchwarz, Flügeldecken gelb, das Spitzendrittel schwarz, die Schwärzung schräg zur Naht nach vorne vorgezogen; auf der Vorderhälfte stehen auf jeder Flügeldecken 3 kleine runde schwarze Flecken; einer auf der Schulterbeule, der zweite auf dem 3. und 4. Flügeldeckenzwischenraum schräg hinter dem Schildchen, der dritte im 7. Zwischenraum etwa am Ende des vorderen Drittels [Abb. 40]. 11-14 mm. B: In faulem Eichenholz, vermutlich als Verfolger von Lucanidenlarven (Aesalus, Dorcus). Oberwintert als Imago im Holz und verbleibt dort bis April. D: Eine Art mit wenigen reliktären Fundorten im südlichen Mitteleuropa und den benachbarten Ländern, meist nur Einzelfunde aus dem vorigen Jahrhundert. Slowakei, Mähren, Niederösterreich, Schweiz, Elsaß, Schlesien.
ampedus_quadrisignatus_hab.jpg
Abb. 40
→ 13-Schwarz, Flügeldecken einfarbig, +/- lebhaft rot, höchstens an der äußersten Spitze leicht gebräunt. Oberseite schwarz behaart, selten der Halsschild oder Halsschild und Flügeldecken goldgelb behaart.
-Schwarz, Flügeldecken braunrot, 3. Fühlerglied deutlich schmäler als des 4. Vergleiche hjorti ♂ und triangulum LZ >>>38
#13
rufipennis (Steph., 1830)Fundmeldungen🗺ColeowebDie mittleren Fühlerglieder beim ♂ und ♀ weniger zugespitzt [Abb. 41] [Abb. 42] (bei den ♂ kommen auch Tiere vor, bei denen der Unterschied kaum zu erahnen [Abb. 43] ist). Halsschild relativ gedrungener [Abb. 44] [Abb. 45] [Abb. 46], die Punktur ist mit Ausnahme der hinteren Scheibe überall fein pupilliert und von etwa gleicher Stärke. Auf der vorderen Scheibe steht sie ziemlich dicht (Punktzwischenräume etwas kleiner als die Punktdurchmesser), an den Seiten besonders vorn merklich dichter und die Punkte etwas langgezogen, nie jedoch so eng wie bei sanguineus, praeustus oder pomonae, sondern stets mit deutlichen glänzenden Zwischenräumen. ♂: Aedoeagus mit konvex zugespitztem Medianlobus [Abb. 47] [Abb. 48] [Abb. 49]. 9,5-13,5 mm. B: Die Larve im faulen Holz verschiedener Laubbäume, besonders Buche und Erle sowohl an Stümpfen als auch an stehenden Stämmen. Mutmaßlicher Verfolger von Lucanidenlarven (Sinodendron, Dorcus etc.). Man findet die Käfer im Puppenlager vom Winter bis in den April, später nur einzeln auf blühendem Gebüsch oder an alten Hölzern. D: Von Persien und dem Kaukasus über Süd- und Mitteleuropa bis Spanien, nördlich bis ins südliche Nordeuropa verbreitet; scheint in Rußland und Polen zu fehlen. In Mitteleuropa weit verbreitet, aber sporadisch und selten. (=dibaphus Schiödte)
ampedus_rufipennis_m_f2.jpg
Abb. 41
ampedus_rufipennis_w_f.jpg
Abb. 42
ampedus_rufipennis_m_f1.jpg
Abb. 43
ampedus_rufipennis_hsch.gif
Abb. 44
ampedus_rufipennis_hab1.jpg
Abb. 45
ampedus_rufipennis_hab.jpg
Abb. 46
ampedus_rufipennis.gif
Abb. 47
ampedus_rufipennis1.jpg
Abb. 48
ampedus_rufipennis.jpg
Abb. 49
forticornis Schwarz, 1900Fundmeldungen🗺Coleoweb-Die mittleren Fühlerglieder beim ♂ und ♀ stärker zugespitzt [Abb. 50] [Abb. 51]*). Halsschildseiten etwas weniger stark gerundet [Abb. 52] [Abb. 53]. ♂: Aedoeagus mit fein ausgezogener, konkav abgesetzter Spitze des Medianlobus [Abb. 54] [Abb. 55] und lappig vogezogener Basis der Parameren. Sonst wie die obige Art. D: Aus Südosteuropa beschrieben; es liegen auch Meldungen aus München, Tübingen und Franken vor. Weitere Verbreitung in Mitteleuropa unbekannt. *) Anmerkung: Die von Zeising & Sieg (l.c.) angegebene Form des letzten Tergitsegmentes des ♂ ist recht variabel und mir in der für forticornis gezeigten Form [Abb. 56] [Abb. 57] noch nicht untergekommen. Tendenziell ist es bei rufipennis breiter zungenförmig [Abb. 58], bei forticornis schmäler zungenförmig [Abb. 59] [Abb. 60] [Abb. 61], aber sehr variabel und daher nicht zur Trennung geeignet. Zeising & Sieg (l.c.) haben auch den Fühler des rufipennis ♀ falsch dargestellt [Abb. 37]. Das 3. Glied ist deutlich dreieckig [Abb. 42], noch deutlicher als bei forticornis [Abb. 51].
ampedus_forticornis_m_f.jpg
Abb. 50
ampedus_forticornis_w_f.jpg
Abb. 51
ampedus_forticornis_hsch.gif
Abb. 52
ampedus_forticornis_m_hab1.jpg
Abb. 53
ampedus_forticornis.gif
Abb. 54
ampedus_forticornis1.jpg
Abb. 55
ampedus_rufipennis_tergite.gif
Abb. 56
ampedus_forticornis_tergite.gif
Abb. 57
ampedus_rufipennis_ter1.jpg
Abb. 58
ampedus_forticornis_ter.jpg
Abb. 59
ampedus_forticornis_m_ter.jpg
Abb. 60
ampedus_forticornis_m_ter1.jpg
Abb. 61
ampedus_rufipennis_f.gif
Abb. 37
ampedus_rufipennis_w_f.jpg
Abb. 42
ampedus_forticornis_w_f.jpg
Abb. 51
#14
Ganze Oberseite durch deutliche Mikroskulptur matt. Halsschild mit fast vollständiger, nur in der Mitte unterbrochener Mittellängsfurche. Flügeldecken rötlichbraun, seidenglänzend; Halsschild und Flügeldecken mit gelblichroter Behaarung. Halsschildscheibe vorn dicht, nach hinten weitläufiger punktiert. Punktierung an den Seiten genabelt, vorn dichter als die Punktdurchmesser, an den Hinterwinkel zum Teil längsrunzlig verflossen. 10,5 mm. Nach 1 ♀ aus dem nordöstlichen Niedersachsen beschrieben, auch aus Böhmen gemeldet. (=rugosus Schimmel). Siehe pomorum LZ >>>39
→ 15-Untergrund des Halsschilds glänzend, eine vollständige Halsschildmittelfurche nur ausnahmsweise vorhanden (sanguineus, vandalitiae).
#15
carinthiacus Bouwer, 1984🗺ColeowebHalsschild auffallend langgestreckt [Abb. 62], goldbraun behaart, mit schwarzen Haaren durchmischt. Halsschild kaum gewölbt, seine Punktur sehr fein, zu den Seiten hin ein wenig dichter. Die Punktabstände auf der Scheibe unregelmäßig, im Schnitt das 1-2-fache der Punktdurchmesser betragend. Schwarz, Flügeldecken orange mit einem leichten (bei einer Paratype stärkeren) Rotstich auf der Scheibe. Flügeldeckenbasis, -Spitze und Epipleuren orangegelb, schwarz behaart, an den Seiten und in der vorderen Hälfte mit goldgelben Haaren. Punkte der Flügeldeckenstreifen fein und dicht gestellt, die Zwischenräume deutlich quer gerunzelt. 11 mm. D: Nach 2 ♂ aus Kärnten beschrieben; auch aus Vorarlberg gemeldet.
ampedus_carinthiacus_hsch.gif
Abb. 62
→ 16-Halsschild nicht so auffällig gestreckt.
#16
→ 17Halsschild neben dem Seitenrand bis in die Hinterwinkel mit flachen, großen, genabelten gedrängt stehenden Punkten besetzt [Abb. 63]. Flügeldecken gewöhnlich lebhaft hellrot, höchstens die äußerste Spitze geschwärzt.
ampedus_cardinalis_hsch.jpg
Abb. 63
→ 24-Halsschild neben dem Seitenrand zumindest in der Hinterhälfte nicht genabelt und (oder) nicht gedrängt punktiert [Abb. 64]. Flügeldecken normalerweise mehr bräunlich oder gelblich, oft mit breit geschwärzter Spitze, nur bei quercicola und impressicollis rot.
ampedus_pomorum_hsch.jpg
Abb. 64
#17
→ 18Punktur auf der ganzen Halsschildscheibe von gleicher Größe und Dichte (Mittellinie und Basis ausgenommen) [Abb. 65]. Die Punktzwischenräume auch auf der hinteren Scheibe überwiegend kleiner als die Punktdurchmesser. Halsschild daher nur matt glänzend.
ampedus_cardinalis_vk.jpg
Abb. 65
→ 19-Punktur der Halsschildscheibe nach hinten weitläufiger [Abb. 66], Halsschild bei den ähnlich großen Arten cinnabarinus und sanguineus glänzender.
ampedus_sanguineus_vk.jpg
Abb. 66
#18
cardinalis (Schiödte, 1865)Fundmeldungen🗺ColeowebDurchschnittlich größer: 12-15,5 mm. Halsschild oft auffällig gestreckt, mitunter in der Mittellinie länger als über den Hinterwinkeln breit, manchmal auch mit kurzer punktfreier Mittellinie. Flügeldecken gewöhnlich heller, mehr rosarot, die Spitze ungeschwärzt [Abb. 67]. Halsschild schwarz, Flügeldecken meistens gelblich oder goldbraun behaart, die Behaarung aber oft mit schwarzen Haaren durchmischt oder sogar überwiegend dunkel. Mit Sicherheit nur durch die Form des Aedoeagus von den folgenden Arten zu unterscheiden [Abb. 68]. B: Entwickelt sich in rotfaulem Holz stehender hohler Laubbäume, fast ausschließlich Eiche. Den Käfer findet man im Puppenlager im angefaulten Holz bis in das späte Frühjahr hinein. Vermutlich ein Nachttier, das außerhalb der Brutbäume nicht angetroffen wird. D: Bisher aus dem südlichen Nordeuropa, Mitteleuropa und Westeuropa gemeldet; vermutlich weiter verbreitet, aber nicht von praeustus getrennt. In Mitteleuropa weit verbreitet, aber nur noch selten in wenigen alten Eichenbeständen.
ampedus_cardinalis_hab.jpg
Abb. 67
ampedus_cardinalis.gif
Abb. 68
praeustus (F., 1792)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Durchschnittlich kleiner: 9-13 mm. Halsschild nicht länger als breit oder auch kürzer. Flügeldecken gewöhnlich mit kurz geschwärzter Spitze, lebhafter blutrot oder hellrot gefärbt [Abb. 69]. Behaarung des Halsschilds schwarz, die der Flügeldecken schwarz oder auch goldbraun durchmischt, an den Seiten gewöhnlich goldgelb. Aedoeagus [Abb. 70]. B: In alten rotfaulen Stubben von Laub- und Nadelholz, seltener im späten Frühjahr im Freien. D: Ganz Europa ohne den hohen Norden, in Mitteleuropa im Süden und Mitte vereinzelt und selten, im Norden nur stellenweise und sehr selten.
ampedus_praeustus_hab.jpg
Abb. 69
ampedus_praeustus.gif
Abb. 70
#19
→ 20Halsschildpunkte vorn auf der Scheibe kräftig und dicht [Abb. 71], nach hinten weitläufiger, aber die Punkte kaum kleiner. Größere Arten über 11-17,5 mm. Flügeldecken lebhaft hellrot, sehr selten gelb, höchstens die äußerste Spitze schwach angedunkelt. Halsschild wenigstens am basalen Absturz mit kurzer Mittelfurche.
ampedus_cinnabarinus_vk2.jpg
Abb. 71
→ 22-Halsschildpunkte vorn auf der Scheibe feiner und weniger dicht [Abb. 72], nach hinten weitläufiger und feiner. Arten unter 12 mm. Flügeldecken gewöhnlich etwas stumpfer rot oder mit schwarzer Nahtmakel.
ampedus_sanguinolentus_vk.jpg
Abb. 72
#20
sanguineus (L., 1758)Fundmeldungen🗺ColeowebEine Mittellängsfurche ist auf dem Halsschild gewöhnlich bis weit über die Mitte nach vorn erkennbar. Halsschild gestreckter, der Seitenrand von der Basis nach vorn in gleichmäßig schwach gerundeter Kurve verengt [Abb. 66]. Halsschild, Flügeldecken und Unterseite gewöhnlich schwarz, nur der Schulterbereich manchmal gelblich behaart [Abb. 73]. Selten sind die Unterseite und (oder) die Flügeldecken gelb behaart. Äußerst selten kommen bei uns Stücke mit gelben Flügeldecken vor, die Anlaß zur Meldung des ochropterus aus der Pfalz gegeben haben. 12-17,5 mm. B: Fast stets in Nadelholz, besonders Kiefer, aber auch in Buche und Eiche. D: Von Asien über ganz Europa ohne den Norden und über Nordafrika verbreitet, in Mitteleuropa überall häufig. Die Aedoeagi von sanguineus und cinnabarinus sind sehr variabel und eignen sich nach Lohse nicht zur Unterscheidung. Auch die aus Laubholz erhaltenen Stücke von sanguineus, die durchaus nicht mit den Nadelholztieren artidentisch zu sein brauchen, sind genitaliter nicht zu trennen. Die von Lohse angegebenen Unterschiede in den Halsschildproportionen sind auch nicht brauchbar; sie schwanken bei cinnabarinus bei meinen Tieren zwischen 1,04 und 1,08 und bei sanguineus zwischen 1,03 und 1,06 (jeweils Breite an der Basis/Länge Vorderrand bis Verbindungslinie der Hinterecken). Vielleicht könnte die Untersuchung der Larven und ihrer Biologie zur Klärung beitragen.
ampedus_sanguineus_vk.jpg
Abb. 66
ampedus_sanguineus_hab.jpg
Abb. 73
→ 21-Auf dem Halsschild ist eine Mittelfurche nur im basalen Viertel erkennbar.
#21
cinnabarinus (Eschz., 1829)Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild leicht gewölbt und von der Basis nach vorn stark und +/- stetig verengt [Abb. 74] [Abb. 71]. Halsschild und Unterseite gewöhnlich kräftig goldgelb behaart, Flügeldecken auf der Scheibe schwarz, an den Seiten goldgelb behaart. Selten sind Halsschild und Unterseite schwarz behaart. Solche abweichend behaarten Stücke sind dann nur durch die fehlende Halsschildmittelfurche von sanguineus zu unterscheiden, da sich die Form des Aedoeagus hierfür nicht eignet. Es kann auch die ganze Ober- und Unterseite gelb behaart sein, so daß solche Stücke für ochropterus gehalten werden können. 12-14,5 mm [Abb. 75]. B: Larve in weißfaulem Laubholz, das noch eine gewisse Härte aufweist, vorzugsweise in Eiche und Buche als Verfolger von Cerambyciden- und Lucanidenlarven. Käfer bis Mai im Holz und unter Rinde, dann im Freien auf Hölzern und Gebüsch, tagaktiv. D: Von Sibirien über fast ganz Europa verbreitet, fehlt nur im Norden und auf der Iberischen Halbinsel; in Mitteleuropa überall, aber nicht häufig.
ampedus_cinnabarinus_vk.gif
Abb. 74
ampedus_cinnabarinus_vk2.jpg
Abb. 71
ampedus_cinnabarinus_hab.jpg
Abb. 75
ochropterus Germar, 1844🗺Coleoweb-Ähnlich, aber die ganze Ober- und Unterseite gelb behaart. D: Süd- und Südosteuropa, in Mitteleuropa nicht zu erwarten.
aurilegulus (Schaufuss, 1863)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Halsschild stärker gewölbt, etwas gedrungener aussehend weil der Halsschildseitenrand vor der Mitte nach vorn stärker gerundet verengt ist als hinten [Abb. 76], dort fast parallel, machmal sogar etwas verengt. Halsschild schwarz behaart, Flügeldecken meist goldgelb [Abb. 77], selten auf der Scheibe braun. 8,5-14 mm. B: Als Entwicklungsstätten wurden morsche Eichen und stark zerfallene Kiefernstubben gemeldet. D: Südfrankreich, Iberische Halbinsel, Nordafrika.
ampedus_aurilegulus_hab.gif
Abb. 76
ampedus_aurilegulus_hab.jpg
Abb. 77
#22
ziegleri Zeising & Sieg, 1983🗺ColeowebHalsschild mit anliegender, feiner, goldgelber Behaarung, im vorderen Drittel jederseits mit einem rundlichen Eindruck*). Halsschildmittelfurche vor der Basis schwach angedeutet. Halsschildscheibe ziemlich dicht und grob, nach hinten etwas weitläufiger punktiert. Halsschildseiten dicht und grob genabelt punktiert. Flügeldecken rotbraun mit kurz geschwärzter Spitze. In Größe und Gestalt dem pomonae (Steph.) ähnlich. 10,5 mm. D: Nach 1 ♂ aus dem nordöstlichen Niedersachsen beschrieben. *) Nach Lohse dürfte es sich hier um eine Mißbildung handeln; nach Tolasch (mündliche Mitteilung) können sie entstehen, wenn die Puppe gestört und zu Klick-Bewegungen angeregt wird. Solche Eindrücke auf dem Halsschild können bei allen möglichen Arten, auch in anderen Gattungen und Familien, vorkommen.
→ 23-Die meist gelbe Behaarung des Halsschilds rauh aufstehend. Halsschild vorn ohne rundliche Eindrücke.
#23
sanguinolentus (Schrk., 1776)Fundmeldungen🗺ColeowebDie Punkte am Halsschildseitenrand sind etwas kleiner und durch schmale glänzende Zwischenräume voneinander getrennt [Abb. 78]; vor den Hinterwinkeln stehen sie gedrängt. Halsschildbasis auch in der Mitte gleichmäßig flach auslaufend und Stücke mit einfarbig roten Flügeldecken dadurch auch von den vorhergehenden Arten leicht zu trennen (vergleiche aber quercicola LZ >>>36). Flügeldecken lebhaft rot mit einem langgestreckten, vorn und hinten verkürzten schwarzen Nahtfleck, der seitlich bis zum 2. oder 3., manchmal sogar bis zum 7. Flügeldeckenstreifen reichen kann, oft aber auch auf den Nahtzwischenraum beschränkt ist oder fehlt [Abb. 79]. Halsschild gelbbraun, seltener schwarz behaart, Flügeldecken schwarz oder am Seitenrand, selten umfangreicher, gelb behaart. 9-11,5 mm. B: Entwickelt sich im weißfaulen Holz und unter der Rinde von Laubbäumen, vorzugsweise Eiche. Den Käfer findet man im Juni auf blühendem Gebüsch und geschlagenem, schattig liegendem Holz. D: Von Sibirien über das südliche Nordeuropa, Mitteleuropa und Südosteuropa, sowie westlich bis Frankreich verbreitet, in Mitteleuropa weit verbreitet und mit Ausnahme der höheren Gebirgslagen nicht besonders selten.
ampedus_sanguinolentus_hsch.jpg
Abb. 78
ampedus_sanguinolentus_hab.jpg
Abb. 79
pomonae (Steph., 1830)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Zwischenräume der gedrängt stehenden Nabelpunkte an den ganzen Halsschildseiten auf schmale Runzeln reduziert, die Halsschildseiten daher fast matt [Abb. 80]. Halsschild entlang der Basis niedergedrückt, als schmaler flacher Streifen vom gewölbten Absturz abgesetzt. Flügeldecken stumpfer rot gefärbt als bei den vorhergehenden Arten, höchstens die äußerste Spitze unscharf verdunkelt [Abb. 81]. Oberseite schwarz, Unterseite gelb behaart, manchmal auch die Oberseite bis auf die dunkel behaarte Flügeldeckenmitte gelblich behaart. Aedoeagus [Abb. 82]. 8-10,5 mm. B: Die Larve entwickelt sich vorzugsweise in subfossilen Hölzern in Moorboden, seltener im faulen Holz der Laubbäume. In Moorgebieten findet man das Tier im Juni oft zahlreich auf Birkengebüsch. D: Von Asien über Europa, den Norden ausgenommen, verbreitet; in Mitteleuropa weit verbreitet, nur in Moorgebieten häufiger zu erwarten.
ampedus_pomonae_hsch.jpg
Abb. 80
ampedus_pomonae_hab.jpg
Abb. 81
ampedus_pomonae.jpg
Abb. 82
#24
→ 25Flügeldeckenspitze in +/- großem Umfang schwarz; +/- selten kommen auch einfarbig rote Tiere vor.
→ 31-Flügeldecken einfarbig oder höchstens an der äußersten Spitze schwach geschwärzt.
#25
bouweri Schimmel, 1984Fundmeldungen🗺ColeowebKopf mit grubenförmigem Mitteleindruck. Halsschild im hinteren Drittel neben der verkürzten Mittellinie jederseits mit flachem, aber deutlichem Eindruck; ein entsprechender Eindruck zumindest beim ♂ auch im vorderen Drittel. Fühler [Abb. 83], insbesondere Glied 4, schlanker und länger als bei balteatus [Abb. 84]. Halsschildbehaarung rötlichgelb, Flügeldeckenbehaarung ± rötlichbraun. Aedoeagus [Abb. 85]. Um 9 mm. D: Nach 3 Ex. aus Rheinland-Pfalz und Nordbaden beschrieben. Auch hier gilt das bei LZ >>>22 angemerkte. Ich habe ein Tier aus Niedersachsen, das der Beschreibung oben entspricht (Habitus [Abb. 86], Halsschild [Abb. 87], Kopf [Abb. 88]), mit Ausnahme der Proportionen und der Form der Fühler [Abb. 89] (dazu im Vergleich balteatus [Abb. 90]). Aedoeagus [Abb. 91] etwas abweichend von dem des balteatus [Abb. 92]. Ich melde das Tier trotz aller Bedenken als bouweri, nicht zuletzt, damit es bei der dringend erforderlichen Revision des balteatus-Komplexes Berücksichtigung findet.
ampedus_bouweri_f.gif
Abb. 83
ampedus_balteatus_f.gif
Abb. 84
ampedus_bouweri.gif
Abb. 85
ampedus_bouweri_hab.jpg
Abb. 86
ampedus_bouweri_sa.jpg
Abb. 87
ampedus_bouweri_k.jpg
Abb. 88
ampedus_bouweri_f.jpg
Abb. 89
ampedus_balteatus_f1.jpg
Abb. 90
ampedus_bouweri.jpg
Abb. 91
ampedus_balteatus1.jpg
Abb. 92
→ 26-Kopf und Halsschild ohne deutliche Eindrücke.
#26
elegantulus (Schönh., 1817)Fundmeldungen🗺ColeowebPunktur am Halsschildseitenrand relativ fein und wenig dicht [Abb. 93]. Flügeldecken gelb, das letzte Drittel schwarz [Abb. 94], die Schwärzung auf jeder Flügeldecken nach vorn gerundet begrenzt, auf dem 3. Flügeldeckenzwischenraum schräg hinter dem Schildden meistens mit einem schwärzlichen Punktfleck. Halsschildpunktur ziemlich fein, auch an den Seiten nicht besonders dicht, die Punkte klein und nur zum Teil genabelt. Kiefertaster bräunlichgelb. Oberseite gelblich behaart. 8-10 mm. B: Larve im Holz verschiedener Laubbäume, auch in Nadelholz. Bevorzugt werden Weiden. Käfer bis Mai in faulem Holz, von Mai bis Juli im Freien. D: Von Westrußland und der Türkei über Süd- und ganz Mitteleuropa bis zu den Pyrenäen verbreitet, in Mitteleuropa aber sehr verstreut und sehr selten.
ampedus_elegantulus_hsch.jpg
Abb. 93
ampedus_elegantulus_hab1.jpg
Abb. 94
→ 28-Punktur am Halsschildseitenrand gröber und dichter [Abb. 64]. Flügeldecken bräunlichrot, rot oder gelbbraun, die Behaarung schwarz.
ampedus_pomorum_hsch.jpg
Abb. 64
#28
balteatus (L., 1758)Fundmeldungen🗺ColeowebZwischenräume der Punkte auf den Flügedeckenstreifen hinten fein querrunzelig und dadurch nur seidenmatt glänzend [Abb. 95]. Punktur der Halsschildscheibe überall gleichmäßig verteilt und von etwa gleicher Stärke und Dichte [Abb. 96]. Letztes Drittel der Flügeldecken schwarz [Abb. 97], die Schwärzung sehr selten unscharf oder verloschen. Oberseite schwarz, Unterseite gelblich behaart. Das 3. Fühlerglied deutlich länger als das 2. [Abb. 98] [Abb. 90]. Aedoeagus [Abb. 92] [Abb. 99]. 7,5-10 mm. B: Larve vorzugsweise in feuchtem faulen Kiefernholz, selten an anderem Nadel- und Laubholz. D: Von Rußland über Nord- und Mitteleuropa südlich bis zum Südrand der Karpaten und Alpen, westlich bis Frankreich verbreitet, in Mitteleuropa wohl überall und in Gebieten mit altem Kiefernbestand nicht selten, sonst seltener.
ampedus_balteatus_ms.jpg
Abb. 95
ampedus_balteatus_vk.jpg
Abb. 96
ampedus_balteatus_hab.jpg
Abb. 97
ampedus_balteatus_f.jpg
Abb. 98
ampedus_balteatus_f1.jpg
Abb. 90
ampedus_balteatus1.jpg
Abb. 92
ampedus_balteatus.jpg
Abb. 99
→ 29-Zwischenräume der Punkte auf den Flügedeckenstreifen hinten glatt und spiegelblank. Die Punktur der Halsschildscheibe ist insgesamt oder nach hinten wesentlich weitläufiger [Abb. 100]. Gewöhnlich nur das letzte Fünftel der Flügeldecken geschwärzt *). *) a. balteatulus Reitter mit umfangreicher Schwärzung der Flügeldecken, die der des balteatus (L.) entspricht, kann durch die abweichende Halsschildpunktur von dieser Art getrennt werden. Es ist unsicher, ob diese Aberration zu elongatulus oder zu melanurus Muls. et Guill. gehört.
ampedus_elongatulus_vk.jpg
Abb. 100
#29
elongatulus (F., 1787)Fundmeldungen🗺ColeowebKleine, schlanke Art von 7-8,5 mm. 3. Fühlerglied schlanker, aber nur wenig länger als das 2., 5.-9. Glied nicht länger als breit [Abb. 101]. Die Punktur der Halsschildscheibe nach hinten wesentlich weitläufiger [Abb. 100], auch vorne die Punktabstände größer als ihr Durchmesser [Abb. 102]. Flügeldecken etwa in oder vor der Körpermitte am breitesten, von dort nach hinten allmählich verengt [Abb. 103]. Punktstreifen der Flügeldecken kräftig, die Zwischenräume deutlich leicht gewölbt. Flügeldeckenspitze fast immer schwarz, die Schwärzung aber nur selten 1/6 der Flügeldeckenlänge übersteigend, selten auch fehlend, so daß die ganzen Flügeldecken hell bräunlichrot sind. Oberseite schwarz behaart. Aedoeagus [Abb. 104]. B: Larve in faulendem Laub- und Nadelholz, Käfer auf Gebüsch und Nadelhölzern, besonders im späten Frühjahr. D: Über Europa mit Ausnahme des Nordens und Ostens verbreitet, in Mitteleuropa im Norden und Osten verstreut und selten, nach Südwesten häufiger. (=glycereus (Herbst, 1784)) (=discanicus Buyss.)
ampedus_elongatulus_f.jpg
Abb. 101
ampedus_elongatulus_vk.jpg
Abb. 100
ampedus_elongatulus_hsch.jpg
Abb. 102
ampedus_elongatulus_hab.jpg
Abb. 103
ampedus_elongatulus.gif
Abb. 104
→ 30-Über 8,5 mm, andernfalls 4.-9. Fühlerglied deutlich länger als breit und die Flügeldecken fein gestreift und mit flachen Zwischenräumen.
#30
Durchschnittlich größere Art von 8,5-11mm. 3. Fühlerglied wesentlich länger als das 2.. Abweichende Exemplare des pomorum LZ >>>38 mit ausnahmsweise schwarzer Flügeldeckenspitze (=adumbratus Buyss.).
melanurus Muls.Guillb., 1855Fundmeldungen🗺Coleoweb-Durchschnittlich kleiner, 8-9,5 mm. 3. Fühlerglied etwas schmäler, aber kaum länger als Glied 2. [Abb. 105]. Halsschild ziemlich gestreckt, nach vorn schwach verengt, die Punktur insgesamt weitläufig [Abb. 106], am Vorderrand einfach, nicht pupilliert [Abb. 107]. Flügeldecken mehr parallelseitig, erst zur Spitze hin verengt [Abb. 108]. Flügeldecken feiner gestreift als bei elongatulus und pomorum, die Streifenpunkte kleiner und die Zwischenräume flacher als dort. Aedoeagus [Abb. 109]. B: Am Nordrand der Lüneburger Heide in einiger Anzahl in faulenden, am Boden liegenden Birkenstämmen im Puppenlager unmittelbar unter der dünnen weißen Rinde. Käfer von Mai bis August im Freien. Larve vermutlich auch im Nadelholz. D: Verbreitung noch ungeklärt, aber vermutlich weit verbreitet, aber selten und nicht erkannt. In den Pyrenäen und den französischen Alpen, in der Slowakei und in der Lüneburger Heide gefunden. Auf ein ♀ mit fehlender Flügeldeckenschwärzung wurde die var. hellwigi Zeising aus dem Rheinland begründet.
ampedus_melanurus_f.jpg
Abb. 105
ampedus_melanurus_vk.jpg
Abb. 106
ampedus_melanurus_hsch.jpg
Abb. 107
ampedus_melanurus_hab.jpg
Abb. 108
ampedus_melanurus.gif
Abb. 109
#31
→ 32Die ganze Halsschildscheibe in gleicher Dichte und nach hinten nur unwesentlich feiner und ziemlich dicht punktiert.
→ 33-Die Punktur der Halsschildscheibe wird nach hinten deutlich feiner und weitläufiger oder ist im ganzen sehr weitläufig.
#32
karpathicus (Buysson, 1885)🗺ColeowebFlügeldecken bräunlich-orangegelb, gelb behaart, höchstens mit einzelnen eingestreuten schwarzen Haaren [Abb. 110]. Halsschild ziemlich gestreckt, über den Hinterecken kaum breiter als in der Mitte lang (vom Vorderrand bis zur gedachten Verbindungslinie der Halsschildhinterwinkel). Halsschild von der Basis zur Mitte kaum, erst dann nach vorn sanft verengt. Flügeldeckenzwischenräume etwas quer verrunzelt. 9-11 mm. B: Larve in Birken und Fichten (n. Palm), in Fichten und Tannen (n. Mertlik l.c.). D: Hochnordische Art, die auch in der Slowakei gefunden wurde. Rumänien, Ungarn, Rußland, Deutschland: Bayern (Sylvenstein-Stausee). (=borealis (Palm)) (=suecicus Palm, 1976 (n. Mertlik l.c.))
ampedus_karpathicus_hab.jpg
Abb. 110
-Flügeldecken braunrot, schwarz behaart. 7,5-10 mm. Ausnahmsweise vorkommende Stücke des balteatus ohne geschwärzte Flügeldeckenspitze: var. adrastiformis Reitter, siehe LZ >>>28
-Flügeldecken kaffeebraun: var. zeisingi von fontisbellaquei, siehe LZ >>>7
#33
→ 34Halsschild ohne deutliche grübchenförmige Eindrücke (Ausnahmen werden doppelt berücksichtigt).
→ 42-Halsschild jederseits der Mittellinie mit deutlichem grübchenförmigen Eindruck (Beachte auch die oben erwähnten bouweri LZ >>>25 und ziegleri LZ >>>22). Es liegt die Vermutung nahe, daß es sich um mißgebildete Formen anderer Arten handelt. Siehe Anmerkung bei LZ >>>22
#34
vandalitiae Lohse, 1976🗺ColeowebHalsschildscheibe sehr fein und weitläufig punktiert, die Punktur noch etwas feiner als bei elegantulus, der Halsschild daher auffällig glänzend. Halsschild stark gewölbt, zu den Seiten stark abfallend, die Oberseite uneben: Eine wenigstens bis zur Scheibenmitte reichende tiefe Halsschildmittellängsfurche und ein flacher, vor der Mitte gelegener Eindruck jederseits der Mittellinie stets deutlich erkennbar. Halsschildhinterwinkel auffällig stumpf, etwas abgesetzt und nur stumpf und manchmal unscharf gekielt. Scheitel mit flachem Mitteleindruck. Flügeldecken entweder bräunlichrot (bisher nur ♀), Halsschild und Flügeldecken schwarz behaart oder mit wenigen gelben Haaren an Schultern und Halsschildbasis, oder Flügeldecken gelb (wie nigroflavus) und gelb behaart. Fühler zum Teil aufgehellt, auch die Beine ± bräunlich. Aedoeagus [Abb. 111]. 9-9,8 mm. Nach 3 Exemplaren aus dem niedersächsischen Wendland beschrieben. Larve unbekannt, doch vermutlich in den gleichen Eichen in denen dort auch cardinalis, hjorti und Lacon querceus vorkommen. Käfer zwischen Ende Mai und Anfang Juni. Die Form mit gelben Flügeldecken (♂) entspricht der Färbung, Größe und Halsschildpunktur dem von der Krim beschriebenen ochrinulus (Reitter); dieser hat aber ein normal gewölbtes Halsschild ohne Spur einer Mittelfurche. Das Tier nach dem Reitter den ochrinulus auch aus Mähren meldete, lag Lohse nicht vor, es könnte vielleicht zu der neuen Art gehören.
ampedus_vandalitiae.gif
Abb. 111
→ 35-Halsschild wenigstens vorn ± dicht punktiert, gleichmäßig gewölbt und höchstens mit kurzer Mittellängsfurche.
#35
Kleine schlanke Art von 7-8,5 mm. 3. Fühlerglied schlanker, aber nur wenig länger als das 2., 5.-9. Glied nicht länger als breit. Halsschild und Flügeldecken schwarz behaart. Hierher Stücke des elongatulus ohne geschwärzte Flügeldeckenspitze (=discanicus Buyss.). Siehe LZ >>>29
→ 36-Arten von 9-13 mm. 3. Fühlerglied selten ähnlich kurz, dann aber die vorletzten Fühlerglieder deutlich länger als breit.
#36
quercicola (Buyss., 1887)Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken lebhaft zinnoberrot. Halsschildpunktur vorne sehr dicht, die Abstände der Punkte kleiner als ihr Durchmesser [Abb. 112], nach hinten spärlicher und feiner. Die Punkte neben dem Seitenrand im mittleren Drittel nicht deutlich genabelt, die Punkte nach hinten länglich ausgezogen und mit glänzenden Zwischenräumen etwa in Punktgröße [Abb. 113]. Dadurch von der in Färbung und Größe ähnlichen var. immaculatus Schauf. des sanguinolentus LZ >>>23 (mit einfarbig roten Flügeldecken) gut zu unterscheiden. Die Punktur der Flügeldeckenstreifen kräftig und bis zur Spitze sehr dicht gestellt [Abb. 114]. Oberseite schwarz behaart, seltener Halsschildbehaarung gelblich. Formen mit gelblichen Flügeldecken, wie sie in Frankreich vorkommen, wurden bei uns noch nicht gefunden. Diese lassen sich von nigroflavus LZ >>>37 durch ihre schwarze Flügeldeckenbehaarung unterscheiden. Aedoeagus [Abb. 115]. 9-11 mm. B: Die Larven verfolgen Lucanidenlarven (Dorcus und Platycerus) in weiß- und rotfaulem Holz von Eiche, Buche und anderen Laubhölzern; in Hessen in anbrüchiger Eßkastanie. D: Aus ganz Frankreich gemeldet, eventuell. auch in Spanien und Großbritannien, bei uns bisher wenig gefunden. (=corsicus Lesg. nec Reitter) Auf 2 ♂ aus der Pfalz mit einem Paar grübchenförmiger Halsschildeindrücke im vorderen Drittel wurde die var. niehuisi Schimmel begründet; ich habe ein derartiges ♂ aus dem niedersächsischen Wendland [Abb. 116].
ampedus_quercicola_hsch1.jpg
Abb. 112
ampedus_quercicola_hsch.jpg
Abb. 113
ampedus_quercicola_hab.jpg
Abb. 114
ampedus_quercicola.jpg
Abb. 115
ampedus_quercicola_hsch2.jpg
Abb. 116
corsicus (Reitter, 1918)Fundmeldungen🗺Coleoweb Ampedus_corsicus-Färbung wie oben, aber die Halsschildpunktur vorne wenig dicht, die Punkte voneinander überwiegend um deutlich mehr als ihren Durchmesser entfernt [Abb. 117], nach hinten wenig feiner und spärlicher werdend, Halsschild glänzend. Fühlerglieder vom 4. an kleiner und die Spitze stärker gerundet als bei quercicola. Flügeldecken 2,75 x so lang wie der Halsschild. Habitus (Lectotypus) [Abb. 118]. Um 10 mm. D: Frankreich: Korsika. *) Zur Problematik bei der Deutung dieser Art siehe
ampedus_corsicus_lt_hsch1.jpg
Abb. 117
ampedus_corsicus_typus_hab.jpg
Abb. 118
→ 37-Flügeldecken entweder braunrot oder gelblich, und dann mit gelber Behaarung.
#37
nigroflavus (Goeze, 1777)Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken rötlichgelb oder hell bräunlich orangegelb [Abb. 119], höchstens der Spitzenwinkel geschwärzt, ziemlich lang und deutlich gelb behaart, Halsschild schwarz behaart, die Behaarung manchmal an der Basis gelb durchmischt. Kiefertaster rotgelb, das Endglied schwarz. Halsschild fast stets mit deutlicher Mittellängsfurche auf dem Basalabfall. Aedoeagus [Abb. 120]. 9-13 mm. B: Larve in weißfaulem, mürbem Holz der verschiedensten Laubbäume; überwintert als Imago, ab Ende Mai im Freien. D: Von Sibirien westlich bis Spanien verbreitet, fehlt im nördlichen Skandinavien und auf der Balkanhalbinsel; in Mitteleuropa im Osten ziemlich häufig, im Westen seltener.
ampedus_nigroflavus_hab.jpg
Abb. 119
ampedus_nigroflavus.gif
Abb. 120
→ 38-Flügeldecken heller oder dunkler braunrot, fast stets schwarz behaart. Eine Halsschildmittelfurche fehlt oder ist ganz schwach angedeutet.
#38
→ 393. Fühlerglied parallel oder rundlich, nicht dreieckig verbreitert; wenn zur Spitze schwach erweitert, dann aber immer länger als breit und dort nie doppelt so breit wie an der Wurzel [Abb. 121].
ampedus_pomorum_f.jpg
Abb. 121
→ 41-3. Fühlerglied kurz dreieckig, nicht länger als breit (♂) oder wenig länger als breit (♀) [Abb. 122], distaler Teil wenigstens doppelt so breit wie an der Basis, aber immer deutlich schmäler als das 4. [Abb. 123].
ampedus_hjorti_f.jpg
Abb. 122
ampedus_triangulum_m_ck35226238_f.jpg
Abb. 123
-3. Fühlerglied deutlich dreieckig, wenig schmaler das 4. [Abb. 50]. Vergleiche rufipennis und forticornis LZ >>>13
ampedus_forticornis_m_f.jpg
Abb. 50
#39
→ 40Unterseite schwarz behaart.
pomorum (Hbst., 1784)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Unterseite goldgelb oder rötlichgelb behaart. Halsschild deutlich breiter als lang, mit schwach ausgeschweiften Hinterecken. Halsschildpunktur dicht und fein [Abb. 124], an den Seiten in +/- großem Umfang genabelt. Große, robuste Art [Abb. 125]. Flügeldeckenstreifen mit +/- feinen Punkten. Kiefertaster rotbraun bis schwarz. Halsschild gelb, rotbraun oder schwarz behaart. Fühler [Abb. 38]. Aedoeagus [Abb. 126] [Abb. 127]. 9-13 mm. D: In ganz Mitteleuropa wohl überall die häufigste Art der Gattung. . (=ferrugatus Lacord.) (=brigittae Bouwer) (=robustus Bouwer) (=rugosus Schimmel)
ampedus_pomorum_vk.jpg
Abb. 124
ampedus_pomorum_hab.jpg
Abb. 125
ampedus_pomorum_f.gif
Abb. 38
ampedus_pomorum.gif
Abb. 126
ampedus_pomorum.jpg
Abb. 127
#40
nemoralis Bouwer, 1980🗺ColeowebFühler kurz, die Halsschildhinterwinkel kaum erreichend; Glied 2 der Fühler nicht länger als breit, Glied 3 parallel, so lang oder wenig länger und fast von gleicher Breite wie Glied 2. Halsschildscheibe vorn mit flacher, feiner, weitläufiger Punktur, der Punktabstand beträgt das 1- bis 3-fache der Punktdurchmesser, zur Basis hin wird die Punktur feiner und weitläufiger. Aedoeagus etwa wie [Abb. 128]. D: Bisher nur von wenigen verstreuten, meist montanen Fundorten in Deutschland gemeldet.
ampedus_nemoralis.gif
Abb. 128
-Fühler etwas länger und schlanker, insbesondere Glied 3 wesentlich länger und 1,5-2 x so lang wie breit. Halsschildpunktur dichter, die Punktabstände vorn 1-2 x so groß wie die Punktdurchmesser. Aedoeagus ähnlich [Abb. 126]. 9-11 mm. a. nigriventris Rtt. von pomorum; siehe LZ >>>39
ampedus_pomorum.gif
Abb. 126
#41
hjorti (Rye, 1905)Fundmeldungen🗺ColeowebKiefertaster einfarbig hell rötlich. Oberseite schwarz, Unterseite rötlich- bis schwarzbraun behaart. Halsschild besonders beim ♀ zur Basis parallelseitig. Flügeldecken oft heller gelbbraun [Abb. 129]. Fühler [Abb. 130]. 8,8-12 mm. B: Dämmerungsaktiv. D: In Mitteleuropa und den angrenzenden Ländern weit verbreitet, aber selten;
ampedus_hjorti_hab.jpg
Abb. 129
ampedus_hjorti_f.gif
Abb. 130
triangulum (Dorn, 1925)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Letztes Kiefertasterglied schwarz mit schmalem hellen Saum an der Spitze [Abb. 123], die vorhergehenden Glieder schwarzbraun. Flügeldecken rotbraun mit oder ohne geschwärzte äußerste Spitze [Abb. 131]. Ober- und Unterseite schwarz behaart, Halsschild ohne Mittelfurche [Abb. 132], die bei hjorti oft angedeutet ist. Aedoeagus [Abb. 133]. 9,5-11 mm. D: In Mitteleuropa verbreitet, aber nicht häufig und nur stellenweise. Auch aus der Tschechoslowakei gemeldet.
ampedus_triangulum_m_ck35226238_f.jpg
Abb. 123
ampedus_triangulum_m_ck35226238_hab.jpg
Abb. 131
ampedus_triangulum_m_ck35226238_vk.jpg
Abb. 132
ampedus_triangulum_ck35226238.jpg
Abb. 133
#42
→ 43Flügeldecken gelb, braunrot oder braun.
→ 45-Flügeldecken rot.
#43
Flügeldecken mit umfangreich geschwärzter Spitze: elongatulus var. biimpressus Zeising. vergleiche LZ >>>25
→ 44-Flügeldecken ohne umfangreich geschwärzte Spitze; Halsschild mit Mittelfurche in der Hinterhälfte.
#44
Halsschild glänzend, weitläufig punktiert. Vergleiche. vandalitiae LZ >>>34
francolinus Bouwer, 1984🗺Coleoweb-Halsschild nicht auffällig glänzend. Mit 11 mm Länge größer als vandalitiae (9-9,8 mm). Halsschildpunktur dichter, der Punktabstand auf der Scheibe beträgt das 1-2-fache der Punktdurchmesser (bei vandalitiae das 2-4-fache). Beine schwarz (bei vandalitiae ± braun). Nach 1 ♀ aus Unterfranken beschrieben. Ohne das Vorliegen eines ♂ scheint mir die Artverschiedenheit von vandalitiae nicht gesichert.
#45
Halsschild gleichmäßig gewölbt, vor seiner Basis allenfalls mit kurzer Längsfurche. Siehe quercicola var. niehuisi Schimmel LZ >>>36
impressicollis Bouwer, 1984🗺Coleoweb-Halsschild auffällig gewölbt, uneben und mit Eindrücken versehen, mit deutlicher Mittellängsfurche, die fast bis zum Vorderrand reicht, in der Vorderhälfte jederseits mit größerem flachen Eindruck sowie jederseits an der Basis mit einem größeren und einem kleinen Eindruck. Ein weiterer Eindruck befindet sich in der Mitte des Seitenrandes; 10-12 mm. Nach einem ♂ aus Hessen und einem weiteren aus Baden beschrieben.
#99
Über die nachfoldend aufgeführten Arten habe ich zur Zeit keine Informationen:
apicalis (Reitter, 1889)🗺Coleoweb-D: Rußland.
assingi Schimmel, 1996🗺Coleoweb-D: Zypern.
balcanicus Dolin, 1983🗺Coleoweb-D: Ehem. Yugoslawien.
callegarii Platia & Gudenzi, 2000🗺Coleoweb-D: Italien.
canaliculatus (Reitter, 1918)🗺Coleoweb-D: Griechenland, Türkei.
coenobita (Costa, 1881)🗺Coleoweb-D: Italien,Griechenland, Türkei.
fuentei Sanchez-Ruiz, 1996🗺Coleoweb-D: Spanien.
gallicus Bouwer, 1990🗺Coleoweb-D: Frankreich.
hispanicus Platia & Gudenzi, 1999🗺Coleoweb-D: Spanien.
karneri Schimmel, 1996Fundmeldungen🗺Coleoweb-Habitus [Abb. 134]. D: Griechenland.
ampedus_karneri_hab.jpg
Abb. 134
koschwitzi Schimmel, 1990🗺Coleoweb-D: Spanien.
lepidus (Maklin, 1876)🗺Coleoweb-D: Schweden, Finnland, Rußland.
macedonicus Schimmel, 1996🗺Coleoweb-D: Griechenland.
magistrettii Platia & Schimmel, 1988🗺Coleoweb-D: Italien. (magistretti)
minos Wurst, 1997🗺Coleoweb-D: Griechenland (Kreta).
ochrinulus (Reitter, 1887)🗺Coleoweb-D: Rußland.
pooti Wurst, 1995🗺Coleoweb-D: Portugal.
pulcher (Baudi, 1871)🗺Coleoweb-D: Zypern, Kleinasien.
pyrenaeus Zeising, 1981🗺Coleoweb-D: Spanien.
talamellii Platia & Gudenzi, 2000🗺Coleoweb-Spanien. (talamelli)
meybohmi Zeising & Brunne, 2003🗺Coleoweb-Habitus [Abb. 135], Fühler [Abb. 136], Aedoeagus [Abb. 137]. D: Marokko.
ampedus_meybohmi_hab.jpg
Abb. 135
ampedus_meybohmi_f.jpg
Abb. 136
ampedus_meybohmi.jpg
Abb. 137
schoettlei Zeising & Brunne, 2003🗺Coleoweb-Habitus [Abb. 138], Fühler [Abb. 139], Aedoeagus [Abb. 140]. D: Türkei, Griechenland ?
ampedus_schoettlei_hab.jpg
Abb. 138
ampedus_schoettlei_f.jpg
Abb. 139
ampedus_schoettlei.jpg
Abb. 140
Enthaltene TaxaAmpedus_corsicusapicalis assingi aurilegulus auripes balcanicus balteatus bouweri brunnicornis callegarii canaliculatus cardinalis carinthiacus cinnabarinus coenobita corsicus elegantulus elongatulus erythrogonus forticornis francolinus fuentei gallicus hispanicus hjorti impressicollis karneri karpathicus koschwitzi lepidus macedonicus magistrettii melanurus meybohmi minos nemoralis nigerrimus nigrinus nigroflavus ochrinulus ochropterus pomonae pomorum pooti praeustus pulcher pyrenaeus quadrisignatus quercicola rufipennis sanguineus sanguinolentus schoettlei scrofa sinuatus talamellii triangulum tristis vandalitiae ziegleri
Literaturverzeichnis
Leseigneur, L. (1972): Coléoptères Elateridae de la Faune de France continentale et de Corse - Bulletin mensuel de la Société Linnéenne de Lyon, Suppl. >>>"F:\taxa\coleo\scans\Leseigneur1972 Elateridae.pdf"
Lohse, G.A. (1978): Elateridenstudien II - Ent.Bl. 74(1-2):21-28 >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Lohse1978 Elateriden II.pdf"
Zeising, M & Sieg, J. (1983): Anmerkungen zur Ampedus pomorum Gruppe, nebst Beschreibung einer neuen Art (Ampedus ziegleri sp.n.) aus der sanguinolentus-Gruppe. - Entomologische Blätter, 79(1):3-29 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Zeising&Sieg1983 Ampedus.pdf"
Schimmel, R. (1984): Ein neuer Ampedus aus der Verwandtschaft des Ampedus balteatus L. aus Deutschland (Elateridae, Col.) - Koleopterologische Rundschau, 57:9-12 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Schimmel1984 Ampedus bouweri.pdf"
Zeising, M. & Sieg, J. (1992): Beschreibung von neuen Arten aus der Verwandtschaft des Ampedus praeustus Fabricius, 1792 und des Ampedus rufipennis Stephens, 1830 nebst Anmerkungen zur Taxonomie - Ent. Bl. 88 (2-3):103-141 >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Zeising&Sieg1992 Ampedus.pdf"
Laibner, S. (2000): Elateridae of the Szech and Slovak Republics - Kabourek Zlin. >>>"F:\taxa\coleo\scans\Laibner2000 Elateridae.pdf"
Wurst, C. & Kaupp, A. (1995): Ampedus auripes (Reitter) - ein verkannter mitteleuropäischer Schnellkäfer. Angaben zur Morphologie und geographischen Verbreitung - Mitt. internat, entomol. Ver. Frankfurt a.M., 20(3/4):79-86 >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Wurst&Kaupp1995 Ampedus auripes.pdf"
Jarzabek-Müller, A. & Müller, J. (2008): Anmerkung zur Unterscheidung von Ampedus auripes (Reitter, 1895) und Ampedus nigrinus (Herbst, 1784) - Elateridarium 2:199-212 >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Jarzabek-Müller2008 Ampedus auripes.pdf"
Mertlik, J. (2018): Faunistics of Ampedus karpathicus (Coleoptera: Elateridae) in the Czech Republic and Slovakia - Elateridarium 12:65-83 (in Tschechisch) >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Mertlik2018 Ampedus karpathicus-de.pdf"
Erstellt am: 11.02.2011 · Letzte Aktualisierung: 29.06.2026 - 01:05:22
Creative Commons LizenzvertragKäfer Europas herausgegeben von Arved Lompe sind lizenziert unter den Bedingungen der Creative Commons International 4.0 Lizenz BY-SA (Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen)