Gattung Bembidion, Untergattung Diplocampa Bedel, 1896

CarabidaeTrechinaeBembidiiniBembidiinaBembidion
Von Arved Lompe (n. J. Müller, P. Neri & L. Toledano)
Müller, J. (1918): Bestimmungstabelle der Bembidion-Arten Europas und des Mittelmeergebietes - Koleopterologische Rundschau 7(1/2):26-117 >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Müller1918 Bembidion.pdf" p.62
Neri, P. & Toledano, L. (2023): Bembidion (Diplocampa) osellai n. sp. from Turkey and Bembidion (Diplocampa) acutangulum n. sp. from Armenia - Quad. Studi Nat. Romagna, 57:181-197 >>>http://www.ssnr.it/57-12.pdf oder >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Neri&Toledano2023 Bembidion osellai und acutangulum.pdf"
#1
→ 2Zumindest Kopf, Halsschild oder Flügeldecken genetzt, erstere polygonal, letztere meist querriefig.
blandulum Netolitzky, 1910🗺Coleoweb-Die ganze Oberseite glänzend glatt, ohne Mikroskulptur [Abb. 1]. Schwarz, die Beine und die 2-3 ersten Fühlerglieder rötlichgelb. Halsschild etwa von der Form des assimile, aber schmäler, kaum breiter als lang [Abb. 2], herzförmig, konvex, Hinterecken +/- rechtwinkelig, Vorderrand etwas breiter als der Hinterrand. Streifen der Flügeldecken bis zur hinteren Diskalborste kräftig punktiert, von dort an, soweit vorhanden, nur noch unpunktiert; an den Schultern und vor der Spitze aufgehellt. 3,5-4 mm. ♂: Aedoeagus 700 µm lang. D: Aserbeidschan, Iran, Irak, Türkei.
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Abb. 1
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Abb. 2
#2
osellai Neri & Toledano, 2023Halsschild ohne Mikroskulptur, glänzend; Oberseite schwärzlich, Beine rotbraun, Fühler und Taster dunkelbraun (manchmal kann die Basis der Fühlerglieder 2 bis 4 rötlich sein); Halsschild quer [Abb. 3] mit leicht stumpfen Hinterwinkeln; Flügeldeckenstreifen mit deutlicher Punktierung, auch an der Spitze sichtbar. 3,4-3,5 mm [Abb. 4]. ♂: Aedoeagus [Abb. 5] mit im mittleren Drittel geradlinigem Ventralrand, im apikalen Drittel deutlich ventral gebogen; mit spitz zulaufender, leicht schnabelförmiger Spitze. D: Türkei.
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Abb. 3
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Abb. 4
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Abb. 5
→ 3-Halsschild vollständig mikroskulpturiert.
#3
→ 4Halsschild überall stark und regelmäßig isodiametrisch genetzt [Abb. 6] [Abb. 7] und daher auch in der Mitte matter als die Flügeldecken.
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Abb. 6
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Abb. 7
→ 7-Halsschild schwächer und unregelmäßiger isodiametrisch genetzt [Abb. 8] [Abb. 9], in der Mitte ebenso glänzend wie die Flügeldecken.
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Abb. 8
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Abb. 9
#4
fumigatum (Duftschmid, 1812)Fundmeldungen🗺ColeowebGrößere, flachere Art mit schlankeren Fühlern und feineren Punktstreifen der Flügeldecken. Das 1. und manchmal auch das 2. Fühlerglied hell. Flügeldecken in der Basalhälfte stets mit zahlreichen, strichförmigen Längsflecken, außerdem eine zackige, innen meist in isolierte Längsstrichelchen aufgelöste Querbinde im hinteren Drittel, sowie die Spitze bräunlich-gelb [Abb. 10]. 3,5-4 mm. ♂: Aedoeagus [Abb. 11]. B: Meist halophil. D: Europa, Sibirien; von den Küsten des Atlantiks bis zum Schwarzen Meer und Sibirien. Auch an Salzstellen des Binnenlandes in fast ganz Mitteleuropa, sporadisch und selten.
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Abb. 10
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Abb. 11
→ 5-Kleinere Arten (2,8-3,5 mm). Flügeldecken und Halsschild stärker konvex; Kopf und Halsschild dunkelbronzen, letzterer mit weniger deutlicher, isodiametrischer Mikroskulptur.
#5
assimile Gyllenhal, 1810Fundmeldungen🗺ColeowebDie drei inneren Flügeldeckenstreifen tief, grob punktiert und mit leicht konvexen Zwischenräumen. Beine und die ersten beiden Fühlerglieder gelb. Flügeldecken dunkelbraun mit präapikalen Flecken und gelber Spitze; die Variabilität der Flügeldeckenfärbung ist ohnehin sehr groß, von fast vollständig dunkelbraun bis schwarz mit schwachem, grünlichem Schimmer, eine selten fehlende Präapikalmakel und die Spitze selbst bräunlichgelb gefärbt [Abb. 12]. Halsschild quer [Abb. 13], vorderer Halsschildrand etwas breiter als der hintere. 2,8-3,3 mm. ♂: Aedoeagus [Abb. 14] relativ hoch gewölbt. B: Meidet schotterige Ufer. D: Von Nordafrika und Europa bis Westsibirien, auch in Nordamerika, meist häufig, im Gebirge seltener.
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Abb. 12
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Abb. 13
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Abb. 14
→ 6-Die inneren Flügeldeckenstreifen weniger tief punktiert, Zwischenräume flach; Fühler vom zweiten Glied an leicht verdunkelt. Bei den hierher gehörenden Formen ist die Mikroskulptur auf dem Halsschild variabel oder schwer einzuordnen ist.
#6
Dunkel mit grünem Metallschein. Ohne ausgesprochene Präapikalmakel. Vergleiche loeffleri LZ >>>12
-Präapikalmakel gut und deutlich ausgeprägt. Vergleiche transparens prostratum LZ >>>13
#7
bisulcatum Chaudoir, 1844Fundmeldungen🗺ColeowebStreifen und Flügeldeckenpunktierung deutlich und bis zur Spitze sichtbar, einschließlich der Streifen 5, 6 und 7, die selbst am äußersten Ende noch erkennbar, wenn auch schwächer punktiert, sind. Flügeldecken etwas flacher als bei transparens, schwarz, schwach irisierend, mit kleiner, bräunlichgelber Präapikalmakel. Halsschild quer (durchschnittlich B/L nach Neri & Toledano (l.c.) = 1,37) mit recht- bis leicht stumpfwinkeligen Hinterecken. 3,15-3,65 mm. ♂: Aedoeagus 620-650 µm lang, ventral gebogen mit gleichmäßig dickem apikalem Viertel und kurzer schnabelförmiger Spitze. D: Moldavien, Ukraine (Kiew), Südrußland, Armenien, Iran.
→ 8-Flügeldeckenstreifen 3, 4, 5 und deren Punktierung an der Spitze erlöschend.
#8
skoraszewskyi Korge, 1971🗺ColeowebRötliche Färbung der Flügeldecken sehr ausgedeht mit rötlich-gelber Spitze und großer präapikaler Makel, die vorn von einem kleineren, streifenförmig geteilten Humeralfleck getrennt ist; erscheint laut Korge (1971) auf den ersten Blick als fumigatum. Fühler braun, wobei mindestens die Hälfte der Glieder 1 bis 3 und die Basis des 4. rötlich sind. Flügeldecken und Vorderkörper schwarz mit grünlich schimmerndem Schein. Beine rötlich-gelb. Halsschild mit leicht stumpfen Hinterwinkeln, glänzend, mit schwacher, in der Mitte kaum sichtbarer Mikroskulptur. 3,3 mm. (Merkmale nach der Originalbeschreibung, basierend auf einem einzigen Exemplar.) D: Nordosttürkei (Benliahmet, Kars, 1800 m).
→ 9-Flügeldeckenmuster deutlich kleiner oder undeutlich; höchstens 2 Basalglieder der Fühler gelblich, bei einer Art sind die Fühler vollständig braun.
#9
→ 10Flügeldeckenstreifen 3, 4 und 5 an der Spitze noch sichtbar, Streifen 5 noch leicht eingedrückt.
→ 12-Flügeldeckenstreifen 3, 4 und 5 an der Spitze fast verschwunden, Streifen 5 nicht eingedrückt.
#10
acutangulum Neri & Toledano, 2023Halsschild mit leicht bis deutlich spitz zulaufenden Hinterwinkeln [Abb. 15], weniger quer. Mikroskulptur in der apikalen Hälfte der Flügeldecken seidenmatt; rötliche Bereiche an den Schultern und der Spitze der Flügeldecken mehr oder weniger deutlich. 3,5-4 mm [Abb. 16]. ♂: Aedoeagus mit großem Basalbulbus; das apikale Drittel deutlicher ventral gebogen und spitzer zulaufend und mit kurzem, schnabelförmigem Ende [Abb. 17]. D: Armenien.
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Abb. 15
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Abb. 16
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Abb. 17
→ 11-Halsschild mit rechtwinkligen Hinterecken, deutlicher quer [Abb. 9]. Flügeldecken mit Mikroskulptur, aber ohne seidenmatten Glanz in der apikalen Hälfte; eine Präapikalmakel höchstens schwach angedeutet, wohl aber bisweilen die Spitze bräunlich oder rötlich durchschimmernd; selten sind die ganzen Flügeldecken bräunlichrot, brachypter. 3-3,6 mm [Abb. 18]. ♂: Aedoeagus ~690 µm lang, mit kräftigem, ventral gebogenem apikalem Viertel und kurzer, schnabelförmiger Spitze [Abb. 19]. D: Westeuropa, Nordostdeutschland, Südosteuropa. ...clarkii clarkii (Dawson, 1849) Folgende Unterarten werden unterschieden.
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Abb. 9
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Abb. 18
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Abb. 19
#11
clarkii aquitanum (Aubry, 1970)🗺ColeowebHalsschild mit sehr kurzer, fast fehlender basaler Krümmung; Fühler ab dem 3. Glied, manchmal ab dem 2. (Exemplare aus Nordosten), verdunkelt. B: An den Uferrändern von Strandtümpeln beschrieben. D: Frankreich: Gironde, Atlantikküste.
-Hinterflügel gut entwickelt, flugfähig. Aedoeagus identisch mit dem der typischen Form. D: Süditalien: Apennin (Abruzzen, Kalabrien) ...clarkii magistrettii De Monte, 1947
#12
loeffleri Jedlicka, 1963🗺ColeowebAusgefärbt dunkel, metallisch grünlich-schwarz. Bei juvenilen Exemplaren sind die gesamten Flügeldecken oder deren apikale Hälfte gelblich-braun, das erste Fühlerglied und die Beine sind gelblich-rot, die Taster braun. Flügeldecken mit abgerundeten Schultern, Streifen mit kräftiger Punktierung, Streifen 1 und 2 reichen bis zur Spitze, die übrigen sind zwar vorhanden, aber zur Spitze hin fast vollständig erloschen; Halsschild quer [Abb. 20], mit leicht stumpfen Hinterwinkeln. Die Mikroskulptur der Flügeldecken mit kurzen Netzmaschen, nahezu isodiametrisch. 3-3,5 mm [Abb. 21]. ♂: Aedoeagus mit großem Basalbulbus, ventral mäßig gebogen, zur Spitze kräftiger, weniger schlank zulaufend und am Ende schnabelförmig gebogen [Abb. 22]. ♀: Die Mikroskulptur des Halsschilds scheint nach Neri & Toledano (l.c.) deutlicher ausgeprägt zu sein als beim ♂. D: Iran.
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Abb. 20
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Abb. 21
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Abb. 22
→ 13-Grünlichschwarz, eine große, weit nach innen reichende Präapikalmakel und oft auch die Spitze bräunlichgelb [Abb. 23]. Bisweilen ist die Präapikalmakel verkleinert oder obsolet (contaminatum var. c. Sahlb.).
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Abb. 23
#13
transparens prostratum Motschulsky, 1844🗺ColeowebHalsschild deutlich und regelmäßig genetzt. Flügeldecken normalerweise mit deutlich und gut definierter präapikaler Makel, vordere Hälfte mit vertikalen, Notaphus-ähnlichen Flecken, die unterschiedlich angeordnet und +/- gut sichtbar sind. Halsschild quer (B/L nach Neri & Toledano (l.c.) = 1,33-1,4) mit rechtwinkligen Hinterecken. Kleiner und dunkler als fumigatum, 3,3-3,5 mm. ♂: Aedoeagus 640-670 µm lang, im letzten Drittel schlank, zugespitzt, ventral gebogen mit kurz schnabelförmiger Spitze. D: Zentral- und Ostasien.
→ 14-Halsschild undeutlich, verloschen genetzt [Abb. 24] [Abb. 25].
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Abb. 24
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Abb. 25
#14
transparens Gebler, 1830Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild relativ schmäler [Abb. 24], nicht deutlich punktiert. Flügeldecken mit kräftig punktierten, außen oft fast erloschenen Streifen [Abb. 23]; Mikroskulptur mit kurzen, quer verlaufenden oder unregelmäßigen Maschen; die Präapikalmakel unscharf und die Spitzen einzeln breit verrundet [Abb. 26]. 3-3,4 mm. ♂: Der Aedoeagus soll nach Neri & Toledano (l.c.) 750 µm lang sein, wobei das apikale Drittel deutlich verjüngt und verlängert, ventral gebogen und die Spitze kurz schnabelförmig ist; bei meinem Exemplar aus Vorpommern ist er 650 µm lang [Abb. 27]. D: Nordöstlich verbreitet, bei uns in Schleswig-Holstein, Mecklenburg; Nordeuropa, Westsibirien. (=contaminatum Sahlberg)
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Abb. 24
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Abb. 23
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Abb. 26
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Abb. 27
bisulcatum Chaudoir, 1844Fundmeldungen🗺Coleoweb-Halsschild relativ bteiter [Abb. 28], an der Basis und hinter dem Vorderrand deutlich punktiert. Flügeldecken mit kräftig punktierten Streifen die zur Spitze verlöschen [Abb. 29], die Präapikalmakel besteht aus aus 4 kleinen Längsflecken im 4.-7. Zwischenraum und die Spitzen mehr gemeinsam abgerundet. [Abb. 30]. Hierher ein ♀, das nach Müller als transparens bisulcatum zu bestimmen ist, aber nicht der Beschreibung von Neri & Toledano (l.c.) ("striae and elytral puncturation evident and visible up to the apex, including striae 5, 6, 7, that still are visible at the extreme apex even though more faintly punctured") entspricht. D: Armenien, Vorotan-Paß (2090 m). ? var.. 3,2 mm [Abb. 31].
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Abb. 28
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Abb. 29
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Abb. 30
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Abb. 31
Enthaltene Taxaacutangulum assimile bisulcatum blandulum clarkii fumigatum loeffleri osellai skoraszewskyi transparens
Erstellt am: 11.06.2014 · Letzte Aktualisierung: 10.03.2026 - 16:30:25
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