Gattung Lomechusa Grav. 1806

ColeopteraStaphylinidaeAleocharinaeLomechusina
Von Arved Lompe
Im Körperbau weitgehend mit Lomechusoides übereinstimmend. Durch längeres 3. Kiefertasterglied und nicht verlängertes Lippentasterendglied von dieser Gattung verschieden. Äußerlich durch geringere Größe, schlankere Beine, spitzwinklig verlängerte Halsschildhinterwinkel und den Mangel von Borstenansammlungen an den SchLSpitzen und den Tergit-Hinterrand leicht von dieser Gattung zu trennen. Die Arten leben als Vollinsekt vom Ende des Sommers bis zum Frühjahr bei verschiedenen MyrmicaArten bzw. Unterarten. Die Eiablage erfolgt jedoch in den Nestern von Pormica-Arten (auch hier werden von den einzelnen Arten bestimmte Ameisenarten bevorzugt). Dort verbringen die Tiere auch ihre ganze Larvenentwicklung und die Zeit der Aushärtung. Sämtliche Arten sind außerordentlich variabel und können, je nach der Wirtsameise der Imago (bzw. der Larve) ein verschiedenes Erscheinungsbild zeigen, welches sich meist in der Färbung oder Gestalt des Halsschilds, seltener auch in der Behaarung manifestiert. Lohse hielt es nicht für zweckmäßig, diesen Formen im Rahmen seiner Tabelle eine allzu ausführliche Darstellung zu widmen.
Weitere europäische Arten, die hier nicht aufgeschlüsselt sind. ...99
#1
emarginata (Payk., 1789)Fundmeldungen🗺Coleoweb nigricollis Wasm. foveicollis Wasm. recticollis Wasm. angulicollis Wasm. hirticollis Wasm.1.-3. vollständiges Tergit in der Mitte des Hinterrand quer wulstförmig emporgehoben [Abb. 1], 3. Fühlerglied wenig verlängert, nur 1/4 länger als das 2.. Halsschild vom Hinterwinkel an nach vorn in stetiger S-förmiger Kurve verengt. In der Längsvertiefung zwischen der etwas gewölbten Mitte und den aufgebogenen Seiten befindet sich gewöhnlich kein Grübchen. Normalfärbung heller oder dunkler rostrot oder rotbraun. Kopf und Hinterleib oft ± dunkler. Halsschild äußerst fein und dicht behaart. 3,5-4,5 mm. Die Nominatform lebt als Larve bei Formica fusca, die Imago bei verschiedenen Rassen von Myrmica rubra. Unsere häufigste Art. Halsschild schwarzbraun, oft auch der Hinterleib umfangreich angedunkelt. Halsschild mit einem deutlichen Grübchen in der Seitenvertiefung. Halsschildseiten mehr geradlinig, seine Basis weniger ausgerandet. Halsschildseitenrand eckig ausgeschnitten. Basis jederseits meist tiefer ausgerandet. Halsschild länger gelb rauh behaart. var. var. var. var. var.
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Abb. 1
→ 2-Hinterrand der vorderen Dorsalsegmente nicht wulstförmig verdickt. 3. Fühlerglied um die Hälfte länger als das 2.. Halsschildseiten meist vor der Mitte gerundet erweitert, nach hinten zu den weniger vorspringenden Hinterecken sanft ausgeschweift.
#2
paradoxa Grav., 1806Fundmeldungen🗺Coleoweb acuticollis Wasm. laticollis Wasm. rhombicollis Wasm. obsoleticollis Wasm. plicicollis Wasm. nigricans Wasm.Kleinere Art von 3,7-4,3 mm [Abb. 2]. Flügeldecken äußerst fein und dicht punktiert. Hinterleib mäßig glänzend, vorn dicht und sehr fein, hinten weitläufiger punktiert. Punktur des Halsschilds kaum erkennbar. In der Färbung mit emarginata übereinstimmend. Von den anderen Arten der Gattung durch die bis zum Seitenrand reichende feine und dichte Punktur und Behaarung der Unterseite des Hinterleibs verschieden. Die Art lebt bei Formica rufibarbis; bei uns verstreut und ziemlich selten, im Norden nur sehr verstreut, gebietsweise fehlend. Halsschildseiten hinter der Mitte stärker ausgebuchtet, die Hinterecken stärker seitwärts hervortretend. Etwas größer als die Nominatform, Halsschild breiter, vor dem Schildchen abgestutzt. Ebenfalls größere Form; Halsschild schmäler, die Seiten beinahe geradlinig, stärker aufgebogen, Vorderecken weniger breit abgerundet. Halsschildseitengrübchen geschwunden. Halsschild dunkler. Ganz dunkle Formen. var. var. var. var. var. var.
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Abb. 2
→ 3-Größere Arten von 4,5-6 mm.
#3
pubicollis (Bris., 1860)Fundmeldungen🗺Coleoweb excisus Thoms. flexicollis Wasm. foreli Wasm. truncicoloides Wasm.Flügeldecken sehr fein, nur mäßig dicht punktiert. Hinterleib stark glänzend, überall äußerst fein, wenig dicht punktiert. Punktur des Halsschilds weitläufig und deutlich, seine kurze Behaarung kräftiger als bei den beiden vorhergehenden Arten. Ebenfalls heller oder dunkler rostrot oder rotbraun, der Kopf und die hinteren Tergite etwas dunkler [Abb. 3]. Hinterleib auf der Unterseite fein, an den Seiten der Sternite nur vereinzelt punktiert. Größte Art der Gattung. 4,5-6 mm. Verstreut und ziemlich selten, im Norden nur gebietsweise und sehr selten. Die Imagines bei Formica rufa. Mitte der Halsschildbasis mit kleiner medianer Ausbuchtung. Halsschildseiten stärker aufgebogen, Hinterecken treten seitlich stärker vor, der Hinterrand ist jederseits tiefer ausgebuchtet, die Mitte weniger breit abgerundet. Färbung heIler rotbraun. Hinterleib dichter als bei der Nominatform punktiert, auf der Unterseite zwischen der kurzen Grundbehaarung mit spärlichen längeren Borsten. Die Imagines bei Formica truncicola Nyl.. var. var. var. var.
lomechusa_pubicollis_hab.jpg
Abb. 3
pratensoides Wasmann, 1904-Größe um 5 mm. Auffallend breiter und kürzer gebaut, bis auf die heller rotbraunen Seiten der Flügeldecken einfarbig schwarzbraun. Punktur des Halsschilds wegen der starken Chagrinierung schlecht erkennbar, Flügeldecken dichter und stärker punktiert als bei der Nominatform. Unterseitebehaarung viel dichter und bedeutend länger als bei dieser. Aus Luxemburg beschrieben und vielleicht auch bei uns als Gast der weit verbreiteten Wirtsameise Formica pratensis. Wird von mehreren Autoren als eigene Art betrachtet.
#99
bifoveolata Brisout de Barneville, 1860🗺ColeowebFrankreich, Spanien.
sicula Rottenberg, 1870-Italien (Sizilien).
Enthaltene Taxaacuticollis angulicollis bifoveolata emarginata excisus flexicollis foreli foveicollis hirticollislaticollis nigricans nigricollis obsoleticollis paradoxa plicicollis pratensoides pubicollis recticollis rhombicollis sicula truncicoloides
Erstellt am: 22.06.2015 · Letzte Aktualisierung: 20.03.2022 - 12:41:33
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