Gattung Podistra Motsch.

ColeopteraCantharidae
Von Arved Lompe (n. G. Dahlgren)
Ganglbauer, L. (1930 ): Die europäischen und kaukasischen Arten der Gattung Podistra s. lat. - Koleopterologische Rundschau, 16:244-254 >>>"C:\_F\taxa\coleo\scans\Ganglbauer1930 Podistra.pdf"
Vorderrand des Halsschilds gerade. Vorderecken deutlich, Hinterecken nicht scharf. Kopf zwischen den Fühlern ohne Längsbeule. Alle Klauenspitzen einfach. Flügeldeckenbehaarung lang, fast zottig. Hinterleibspitze wie bei Cantharis [Abb. 1]. Einförmig gefärbte, braungelbe oder braunschwarze Arten, in Mitteleuropa meist Gebirgsbewohner. Die Verbreitung der Arten der Untergattung Absidia ist ungenügend bekannt, da sie miteinander verwechselt worden sind. Bei der Untersuchung der zarten Sternite der ♀ ist größte Vorsicht notwendig.
cantharis_fusca_hlb.gif
Abb. 1
#1
→ 2Letztes Sternit schmal, von unten an den Seiten Teile der letzten Tergite sichtbar [Abb. 1]. ♂
cantharis_fusca_hlb.gif
Abb. 1
→ 8-Letztes Sternit breit, von unten betrachtet die seitlichen Teile der Tergite bedeckend [Abb. 1]. ♀
cantharis_fusca_hlb.gif
Abb. 1
#2
rupicola Kiesw.🗺ColeowebHalsschildbasis nicht oder nur wenig schmäler als die Flügeldecken an den Schultern. Flügeldecken meist verkürzt. Fühler kürzer und kräftiger als bei birnbacheri, die Glieder ohne glatte Stellen. Rotbraun oder pechbraun mit dunkleren Flügeldecken und Abdomen. 4-6,5 mm. Beide Geschlechter ungeflügelt. (Untergattung Hemipodistra) B: Alpine Art. D: In Kärnten südlich der Drau und in Krain.
→ 3-Halsschild an der Basis viel schmäler als die Flügeldecken an den Schultern. Flügeldecken nicht verkürzt; geflügelt.
#3
birnbacheri Krauss🗺ColeowebDie Fühlerglieder kräftiger, mit glatten, länglichen, leicht erhabenen Stellen. Körper rötlichbraun bis schwarz, kleiner: 5,3-7,5 mm. Dorsalschild [Abb. 2]. (Untergattung Hemipodistra) B: Nur in der alpinen Zone. D: In Kärnten südlich der Drau, auch in Südtirol.
podistra_birnbacheri.gif
Abb. 2
→ 4-Die Fühlerglieder schlank, Körper bei allen folgenden Arten rötlichgelb oder gelbbraun, größer: 6-11,2 mm. (Untergattung Absidia Muls.).
#4
→ 5Aedoeagus annähernd gleichbreit [Abb. 3], beide Klauen aller Tarsen mit einer Verdickung, aber ohne scharfen Zahn.
podistra_prolixa.gif
Abb. 3
→ 6-Aedoeagus zur Spitze hin schmäler [Abb. 4], die vordere Klaue der 4 vorderen Beine mit einem Zahn [Abb. 5].
podistra_rufotestacea2.gif
Abb. 4
podistra_schoenherri_kl.gif
Abb. 5
#5
Pakabsidia Wittmer, 1972Spitzenrand des Dorsalschildes in der Mitte ausgezogen [Abb. 6]. Habitus und Färbung wie bei Absidia Arten. Gattung
pakabsidia_carinthiaca.gif
Abb. 6
prolixa (Märk., 1851)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Der Spitzenrand des Dorsalschildes in der Mitte gerade [Abb. 3] [Abb. 7]. 6,8-9,5 mm [Abb. 8]. B: In montanen Gebieten D: In Mitteleuropa in Böhmen, Oberbayern, und in ganz Österreich weit verbreitet; Einzelfunde aus peripheren Gebieten (Schlesien, Pfalz, Siebenbürgen) müssen durch weitere Funde bestätigt werden, da Fundortverwechslungen denkbar sind. Seealpen, Schweiz, Südtirol, Kroatien.
podistra_prolixa.gif
Abb. 3
podistra_prolixa.jpg
Abb. 7
podistra_prolixa_hab.jpg
Abb. 8
#6
rufotestacea (Letzn., 1845)Fundmeldungen🗺ColeowebParameren von der Seite gesehen schlanker, bedeutend länger als der Dorsalschild [Abb. 9] [Abb. 10]. Dorsalschild von hinten gesehen mit abgerundeten Ecken [Abb. 11] [Abb. 12]. Färbung mehr rotgelb [Abb. 13]. 7-11,2 mm. D: Boreomontan verbreitet. In Mitteleuropa in Gebirgsgegenden weit verbreitet, In der Norddeutschen Tiefebene nur verstreut und selten.
podistra_rufotestacea_sa.gif
Abb. 9
podistra_rufotestacea.jpg
Abb. 10
podistra_rufotestacea_ds.gif
Abb. 11
podistra_rufotestacea.gif
Abb. 12
podistra_rufotestacea_hab.jpg
Abb. 13
→ 7-Parameren von der Seite gesehen nur etwas länger als der Dorssalschild [Abb. 14] [Abb. 15].
podistra_schoenherri_sa.gif
Abb. 14
podistra_schoenherri2.gif
Abb. 15
#7
pentheri Ganglbauer, 1922🗺ColeowebDer Dorsallappen der Paramerenkapsel im Apikaiteil in größerer Ausdehnung chitinisiert, am Hinterrande in der Mitte sehr tief ausgeschnitten [Abb. 16]. Dorsalwandung des Penis ohne stark chitinisierte, schwarz pigmentierte Zone. Rötlichgelb, Kopf und Flügeldecken oft leicht gebräunt, Fühler heller oder dunkler braun mit rötlichgelber Wurzel. Halsschild etwa so lang als breit oder etwas länger als breit. Long. 8-10,5 mm. In den Gebirgen von Kroatien, Dalmatien und der Herzegowina.
podistra_pentheri.gif
Abb. 16
schoenherri (Dejean, 1837)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Dorsalschild von hinten gesehen mit ausgezogenen Ecken, mit einem ± deutlichen Zahn in der Mitte [Abb. 17] [Abb. 15] [Abb. 18]. Färbung mehr braungelb, manchmal mit dunklem Längsstreifen auf den Flügeldecken. Halsschild mehr oder weniger diffus verdunkelt [Abb. 19]. 7-10 mm. Boreomantan verbreitet. In Mitteleuropa in Gebirgsgegenden weit verbreitet; Nordgrenze: Hamburg/Harburg, Lüneburger Heide, Berlin: Finkenkrug. (=pilosa (Payk.) )
podistra_schoenherri_ds.gif
Abb. 17
podistra_schoenherri2.gif
Abb. 15
podistra_schoenherri.jpg
Abb. 18
podistra_schoenherri_hab.jpg
Abb. 19
#8
→ 9Flügeldecken sehr stark verkürzt, mit flach abgerundeten Schultern, an der Spitze schmäler abgerundet. Flügel rudimentär. Fühler und Taster kurz. Kiefertaster mit ziemlich ovalem, an der Innenseite konvexem, gerundetem Endglied.
→ 10-Flügeldecken nicht verkürzt, mit vortretenden Schultern, bis zur breit abgerundeten Spitze ziemlich gleichbreit. Flügel ausgebildet. Fühler und Taster ziemlich lang, Kiefertaster mit langgestrecktem, messerförmigem Endglied.
#9
Flügeldecken nur wenig länger als der Halsschild, an der Naht hinter dem Schildchen klaffend. 6,5-8 mm. Siehe rupicola LZ >>>1
-Flügeldecken 2-2,5 mal so lang wie der Halsschild, an der Naht nicht klaffend. Siehe birnbacheri LZ >>>3
#10
Hinterrand des letzten Sternites in der Mitte in eine sklerotisierte, ± 2teilige Spitze ausgezogen [Abb. 20]. Siehe rufotestacea LZ >>>6
podistra_rufotestacea_sternit.gif
Abb. 20
→ 11-Hinterrand des letzten Sternites in der Mitte mit einem winkligen Ausschnitt [Abb. 21].
podistra_prolixa_sternit.gif
Abb. 21
#11
Pakabsidia Wittmer, 1972Ausschnitt des letzten Sternites sehr klein [Abb. 22]. Sternitplatte ungefähr wie bei prolixa. Siehe Gattung
pakabsidia_carinthiaca_sternit.gif
Abb. 22
→ 12-Ausschnitt des letzten Sternites viel größer [Abb. 21].
podistra_prolixa_sternit.gif
Abb. 21
#12
Oberseite des letzten Sternites in der Mitte mit einer sklerotisierten Platte, die durch Anheben des Sternites als eine braune, 3-eckige Fläche sichtbar wird [Abb. 23] [Abb. 24]. Siehe schoenherri LZ >>>7
podistra_schoenherri_stp.gif
Abb. 23
podistra_schoenherri_sternit.jpg
Abb. 24
-Die sklerotisierte Platte von anderer Form, längs des Sternithinterrands gelegen [Abb. 25]. Siehe prolixa LZ >>>5
podistra_prolixa_stp.gif
Abb. 25
Enthaltene Taxabirnbacheri Pakabsidiapentheri prolixa rufotestacea rupicola schoenherri
Erstellt am: 24.10.2010 · Letzte Aktualisierung: 22.04.2023 - 11:30:52
Creative Commons LizenzvertragKäfer Europas herausgegeben von Arved Lompe sind lizenziert unter den Bedingungen der Creative Commons International 4.0 Lizenz BY-SA (Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen)