Gattung Proteinus Latr. (Pteronius Blackw.)

StaphylinidaeProteininae
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse)
Assing, V. (2007): Proteinus crenulatus - a complex of five species (Coleoptera: Staphylinidae: Proteininae) - Beitr. Ent, 57(2):355-366 >>>"C:\_f\taxa\coleo\scans\Assing2007 Proteinus.pdf"
Kopf ohne Ocellen, Augen stark vorspringend, Körper breit, schwach gewölbt, schwach glänzend. Oberseite fein behaart; Halsschild quer, seine Hinterecken stumpf oder rechtwinklig. Kopf und Halsschild auf chagriniertem Grund meist äußerst fein punktiert, schwarz. Die Halsschildränder häufig rötlich durchscheinend. Flügeldecken dunkelbraun, deutlich und dicht punktiert. Hinterleib schwarz. Beine und meist die Fühlerbasis rötlichgelb. Die Fühler besitzen bei unseren Arten drei oder 4 erweiterte, als Keule abgesetzte Endglieder.
Die Arten sind zum Teil außerordentlich ähnlich und mit absoluter Sicherheit meist nur im männlichen Geschlecht erkennbar. Die Bestimmungstabelle ist daher nur unter Vorbehalt auch für weibliche Tiere verwendbar, da die Färbungsangaben für die Fühler gewissen Schwankungen unterliegen. Das erste Glied der Vordertarsen beim ♂ ist erweitert, die Mittelschienen an ihrem Innenrand mit kleinen Körnchen versehen. An Aas, in feuchter Bodenstreu und besonders in Pilzen, oft schon im zeitigen Frühjahr.
#1
→ 2Größere Arten von 1,5-2,2 mm Länge. Halsschild vor der Basis fein oder äußerst fein, nur schwer erkennbar gerandet.
→ 6-Halsschild vor der Basis ohne Andeutung einer Randung. Kleinere Arten von 1-1,8 mm Länge.
#2
altaicus Rtt.🗺ColeowebFühler mit viergliedriger Keule, Spitze der Hinterschienen beim ♂ nach innen in ein kleines Zähnchen erweitert, unmittelbar davor mit einem halbkreisförmigen Ausschnitt. Aus Nordeuropa bekannt, könnte auch bei uns vorkommen. (=apicidens Janss. Sjöb.)
→ 3-Fühler mit dreigliedriger Keule, das viertletzte Glied ist ein Übergangsglied..
#3
ovalis Steph., 1834Fundmeldungen🗺ColeowebFühler ganz schwarz, höchstens das Basalglied rötlichbraun. Halsschild relativ schmal, knapp doppelt so breit wie in der Mitte lang, in der Mitte am breitesten, zur Basis deutlich verengt [Abb. 1], fein, aber gut erkennbar punktiert. Körper gestreckt. Beim ♂ ist das erweiterte Basalglied der Vordertarsen etwa so lang wie die drei folgenden kleinen Glieder zusammen. Mittelschienen im Basaldrittel nach innen gewinkelt, die Hinterhälfte des Innenrandes mit zahlreichen Körnchen dicht besetzt. Aedoeagus [Abb. 2] [Abb. 3]. 1,8-2,2 mm. Westliches, mittleres und südliches Mitteleuropa, ziemlich selten Vielleicht ein Komplex mehrerer Arten.
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Abb. 1
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Abb. 2
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Abb. 3
→ 4-Basalglied der Fühler selten angedunkelt, meist gelbrot und deutlich heller als die folgenden Glieder. Halsschild zur Basis nicht deutlich verengt. Körper gedrungen.
#4
brachypterus (F., 1792)Fundmeldungen🗺ColeowebAchtes Fühlerglied quer. Oberfläche des Halsschildes durch kräftige Chagrinierung matt, die Zwischenpunktur kaum erkennbar [Abb. 4]. Erstes Fühlerglied klar gelbrot. deutlich heller als das folgende Glied. Beim ♂ ist das erweiterte Basalglied der Vordertarsen kaum so lang wie die drei folgenden Glieder Die Mittelschienen nicht gekrümmt, am Innenrand in der ganzen Hinterhälfte mit außerordentlich feinen, sehr dicht stehenden Körnchen besetzt. Aedoeagus [Abb. 5] [Abb. 6]. 1,6-1,9 mm, überall gemein.
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Abb. 4
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Abb. 5
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Abb. 6
→ 5-Achtes Fühlerglied nicht oder wenig quer, Oberfläche des überall chagrinierten Halsschild deutlich glänzend. Fühlerbasis oft in größerem Umfang aufgehellt. Hierher 2 Arten von der Gestalt und Größe des brachypterus, die nur im ♂ Geschlecht sicher unterscheidbar sind.
#5
longicornis Dod., 1923🗺Coleoweb♂ mit mäßig erweitertem Basalglied der Vordertarsen, dieses von der Länge der drei folgenden Glieder. Mittelschienen sehr schwach gebogen, an der Innenseite vor der Spitze nur mit 3 bis 5 äußerst kleinen und nur bei stärkster Vergrößerung sichtbaren Körnchen besetzt. 8. Fühlerglied quadratisch. Aedoeagus [Abb. 7]. In den Ostalpen offenbar nicht besonders selten.
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Abb. 7
→ 5a-♂ mit außerordentlich großem, erweitertem Basalglied der Vordertarsen, das so lang ist wie die übrigen Tarsenglieder einschließlich des Klauengliedes. Mittelschienen im Basaldrittel geknickt und innen in der Hinterhälfte mit kräftigen, dicht stehenden Körnern besetzt. 8. Fühlerglied schwach quer. Ein Komplex aus 5 Arten (siehe Assing l.c.), die sich nur nach dem ♂ Genital sicher trennen lassen.
#5a
crenulatus Pand., 1867🗺ColeowebAedoeagus [Abb. 8] [Abb. 9]. 2,1-2,7 mm. Westeuropäisch; da aus der Schweiz und den Niederlanden gemeldet, auch im westlichen Mitteleuropa zu erwarten.
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Abb. 8
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Abb. 9
abditus Assing, 2007🗺Coleoweb-Aedoeagus [Abb. 10]. 2,3-2,6 mm. Deutschland (Marburg), Rumänien.
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Abb. 10
angulatus Assing, 2007🗺Coleoweb-Aedoeagus [Abb. 11]. 2,1-2,5 mm. Griechenland, Süditalien.
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Abb. 11
tronqueti Assing, 2007🗺Coleoweb-Aedoeagus [Abb. 12]. 2,1-2,5 mm. Korsika.
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Abb. 12
hamatus Assing, 2007🗺Coleoweb-Aedoeagus [Abb. 13]. 2,2,2,7 mm. Südwestfrankreich, Nordspanien.
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Abb. 13
#6
atomarius Er., 1840Fundmeldungen🗺ColeowebKleinste Art der Gattung, 1-1,3 mm, schwach glänzend. Halsschild vor der Basis am breitesten [Abb. 14]. Die ganze Basalhälfte der Fühler gelbrot und nur die Keule geschwärzt. Vorletztes Fühlerglied kurz und sehr breit, etwa dreimal so breit wie lang [Abb. 15]. Beim ♂ ist das erste Glied der Vordertarsen wenig vergrößert, die Mittelschienen nicht deutlich gebogen und nicht erkennbar gekörnt. Aedoeagus [Abb. 16]. In Mitteleuropa überall verbreitet, aber nicht häufig.
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Abb. 14
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Abb. 15
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Abb. 16
laevigatus Hochh.Fundmeldungen🗺Coleoweb-Größer, 1,5-1,8 mm, breit gebaut, Halsschild matt, in der Mitte am breitesten, der Seitenrand kurz vor den rechtwinkligen Hinterecken etwas ausgerandet [Abb. 17]. Die Mittelglieder der Fühler angedunkelt, die zwei Basalglieder klar gelbrot. 10. Glied der Fühler etwa zweimal so breit wie lang [Abb. 18]. Fühlerkeule undeutlich 4gliedrig. Beim ♂ ist das erste Glied der Vordertarsen stark erweitert und so lang wie die vier restlichen Glieder Die Mittelschienen deutlich gebogen, die letzten Zweifünftel des Innenrandes mit Körnchen besetzt. Aedoeagus [Abb. 19]. Überall verbreitet, meist nicht selten (=macropterus Gyll.) (=serrifer Muona)
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Abb. 17
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Abb. 18
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Abb. 19
Enthaltene Taxaabditus altaicus angulatus atomarius brachypteruscrenulatus hamatus laevigatus longicornis ovalis tronqueti
Erstellt am: 11.06.2014 · Letzte Aktualisierung: 15.06.2022 - 02:24:24
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