Gattung Telmatophilus Heer

ColeopteraPolyphagaHeteromeraCryptophagidae
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse)
Otero, J.C (2012): Telmatophilus Heer, 1841 (Coleoptera: Cryptophagidae) of western Palaearctic region - Entomologica Fennica, 23(3):113-120 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Otero2012 Telmatophilus.pdf"
Esser, J. (2021): Bestimmungstabelle der in Deutschland vorkommenden Arten der Gattung Telmatophilus Heer, 1841 nebst taxonomischen Bemerkungen ( Coleoptera, Cryptophagidae) - Enromologische Nachrichten und Berichte, 65:39-41 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Esser2021 Telmatophilus.pdf"
Körper länglich, Cryptophagus-ähnlich, ziemlich dicht behaart. Fühler mit 3-gliedriger Keule. Behaarung des Halsschilds auf der Hinterhälfte stark schräg nach innen gerichtet, Halsschildseiten hinten oft fein gekerbt. Oberseite dicht, auf den Flügeldecken oft feiner als auf dem Halsschild punktiert. Innerhalb der Cryptophagidae durch das lappig verlängerte 3. Tarsenglied sehr ausgezeichnet. Die Arten finden sich oft gesellig an den Blütenständen von ·Typha· und ·Sparganium·, in deren Samen sich die Larve entwickelt, im Winter zwischen den Blattscheiden dieser Pflanzen.
Otero (l.c.) hält sparganii und schoenherri für Synonyme von caricis beziehungsweise typhae; nach Esser (l.c.) ist diese Sichtweise falsch. Demnach 5 Arten in Europa.
#1
→ 2Halsschild kaum breiter als lang, nach vorn deutlich stärker verengt [Abb. 1] [Abb. 2]. Oberseite goldgelb behaart. Beim ♂ die Hinterschienen an der Basis erweitert [Abb. 3].
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Abb. 1
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Abb. 2
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Abb. 3
→ 3-Halsschild deutlich quer [Abb. 4] [Abb. 5]. (Die Halsschildproportionen unterliegen einer gewissen Veränderlichkeit, bei den ♀ scheint der Halsschild gewöhnlich schwächer quer zu sein als bei den ♂).
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Abb. 4
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Abb. 5
#2
caricis (Ol., 1790)Fundmeldungen🗺ColeowebBraunschwarz [Abb. 6], selten (unausgefärbt?) rostrot mit angedunkelter Naht. Fühler und Beine rotgelb [Abb. 1]. Fühler und Tarsen zur Spitze manchmal schwach getrübt. Aedoeagus [Abb. 7]; Penis und Parameren getrennt [Abb. 8]. 2,3-2,8 mm. Nicht selten. Die Penisspitz ist bei Otero (l.c.) falsch dargestellt oder er hatte noch eine andere Art vorliegen [Abb. 9].
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Abb. 6
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Abb. 1
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Abb. 7
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Abb. 8
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Abb. 9
sparganii (Ahr., 1812)🗺Coleoweb-Gelbrot, der Nahtwinkel und die Naht sowie die Seiten der Flügeldecken ± geschwärzt; die dunkle Seitenfärbung der Flügeldecken nach innen oft erweitert und mit der dunklen Nahtfärbung verbunden [Abb. 10]. Die Fühler dünner, der Halsschild an den Seiten stärker gerundet und zur Basis deutlicher verengt als bei caricis, von dem die Art auch durch deutliche Genitalunterschiede zu trennen ist. 2,3-2,8 mm. Im mittleren und südlichen Mitteleuropa ziemlich selten, im Norden und in den Alpenländern sehr selten oder fehlend.
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Abb. 10
#3
brevicollis Aubé, 1862Fundmeldungen🗺ColeowebBraun oder braunrot [Abb. 11], selten hell rostrot, Kopf und Halsschild oft dunkler oder schwarz. Halsschild breiter, nach vorn viel stärker verengt als nach hinten [Abb. 5], sein Seitenrand zur Basis durch eine recht deutliche Linie gerandet, die Querlinie vor der Basis kräftig eingedrückt. Oberseite meist gelblich behaart. Penis und Paramere [Abb. 12]. 2,3-2,6 mm. In Mitteleuropa weit verbreitet, aber nicht häufig, im Westen und Süden nur sehr verstreut und sehr selten.
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Abb. 11
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Abb. 5
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Abb. 12
→ 4-Schwarz, nur unausgefärbt bräunlich, Halsschild weniger breit, nach vorn nicht stärker verengt als zur Basis [Abb. 13], die Seiten auch hinten nur sehr fein gerandet, die Querlinie vor der Basis schwächer eingedrückt. Oberseite weißlichgrau behaart.
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Abb. 13
#4
schonherrii (Gyll., 1808)Fundmeldungen🗺ColeowebSchenkel und 1. Fühlerglied schwarz, meist auch die 2 vorletzten Fühlerglieder und Schienen zur Spitze geschwärzt [Abb. 14]. Meist etwas schlanker gebaut als typhae. 1,5-2,3 mm. Von der folgenden Art, mit der sie zu Unrecht neuerlich zusammengelegt wurde, auch durch geringe Genitalunterschiede getrennt [Abb. 15] [Abb. 16]: Die beiden Endborsten der Parameren deutlich ungleich lang, Parameren in natürlicher Stellung nah aneinander gerückt, die Basis im Verhältnis zur Länge breiter; Penisspitze in Seitenansicht bucklig gerundet mit längerem Fortsatz. Weit verbreitet, aber nicht häufig.
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Abb. 14
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Abb. 15
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Abb. 16
typhae (Fall., 1802)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Fühler und Beine gelblichrot [Abb. 17]. Penis und Parameren [Abb. 18] [Abb. 19]: Die beiden Endborsten der Parameren etwa gleich lang, Parameren in natürlicher Stellung weiter getrennt, die Basis im Verhältnis zu Länge schmäler; Penisspitze in Seitenansicht flach gerundet mit kurzem Fortsatz. 1,5-2,6 mm. Überall nicht selten, die weitaus häufigste Art der Gattung.
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Abb. 17
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Abb. 18
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Abb. 19
Enthaltene Taxabrevicollis caricis schonherrii sparganii typhae
Erstellt am: 02.06.2009 · Letzte Aktualisierung: 22.05.2022 - 19:50:26
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