Gattung: Thiasophila Kr.

StaphylinidaeAleocharinaeOxypodini
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse, E. Reitter, L. Ganglbauer)
Hinterrand des queren Halsschilds neben den Hinterwinkeln ± deutlich ausgeschweift und seine Mitte nach hinten gerundet vorgezogen ('doppelbuchtig'). Die Arten ähneln denen der Gattung Nothotecta (Tarsenschema 4, 5, 5), mit denen sie vielfach vergesellschaftet sind, dort ist jedoch das 1. Glied der Hintertarsen nicht länger als das 2., und die Mittelhüften sind ± breit getrennt.
Körper überwiegend braun oder braunrot, Fühler und Beine heller rotgelb, Fühlermitte oft gebräunt, sehr selten ist die Oberseite ± schwarz. Kopf viel schmäler als der quere Halsschild, der in oder hinter der Mitte am breitesten und nach vorn viel stärker als nach hinten verengt ist. Flügeldecken auffällig raspelig oder verrunzelt punktiert. An den Hintertarsen ist das Basalglied wie bei Dexiogya länger als das folgende Glied, aber viel kürzer als das Klauenglied. Die Arten leben bei Ameisen.
#1
→ 2Fühler mit queren vorletzten Gliedern, diese aber nicht annähernd doppelt so breit wie lang [Abb. 1]
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Abb. 1
→ 5-Fühler dick, betont spindelförmig, die vorletzten Glieder doppelt so breit wie lang.
#2
wockii (Schneid., 1862)🗺ColeowebKopf und Halsschild auf glänzendem, flach chagrinierten Grund fein punktiert, die Punktur nicht besonders dicht gestellt. Flügeldecken und Hinterleib kaum dichter, aber kräftiger und sehr deutlich raspelig punktiert. Kastanienbraun, Halsschild und Flügeldecken heller rotbraun oder einfarbig hell rotbraun, Fühler und Beine einfarbig gelbrot. Halsschild deutlich breiter als die Flügeldeckenbasis, um die Hälfte breiter als in der Mitte lang, seine Seiten kräftig gerundet. Die Art erinnert etwas an Crataraea, ist aber sofort an der schräg nach hinten außen gerichteten Behaarung der Halsschildscheibe und den anderen Tarsenproportionen zu unterscheiden. 2,6-3 mm. B: In den Nestern der Roßameisen (Camponotus) in Fennoskandien; einmal auch in Thüringen gefunden. Im Alpengebiet an verschiedenen Orten in Lärchenstümpfen. D: Südliches Mitteleuropa und Südeuropa; vermutlich weiter verbreitet.
-Eine dieser Art ähnliche Form wurde bei Hamburg im Autokescher gefangen (Meybohm i.l.); Wirtsameise unbekannt.
→ 3-Halsschild entweder rauh chagriniert und ziemlich dicht raspelig punktiert, oder wesentlich schmäler.
#3
→ 4Körper nach vorn und hinten deutlich verengt, spindelförmig [Abb. 2]. Kopf kaum breiter als eine Flügeldecke am Hinterrand, Halsschild um die Hälfte breiter als lang, Halsschild matt chagriniert und fein raspelig punktiert.
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Abb. 2
canaliculata Muls.Rey, 1874🗺Coleoweb-Körper ± parallelseitig, Kopf breiter als eine Flügeldecke am Hinterrand, Halsschild weniger als 1/3 breiter als lang. Vorderkörper kräftig chagriniert, aber doch etwas glänzend. Rotbraun bis pechschwarz, meist Kopf, Halsschild und die hintere Hälfte des Hinterleibs dunkler als Flügeldecken und vordere Tergite, Fühler und Beine dunkel gelbrot. 2-2,6 mm. B: Bei Formica exsecta. D: Im mittleren und südlichen Mitteleuropa, ziemlich selten.
#4
angulata (Er., 1837)Fundmeldungen🗺ColeowebRotbraun, Kopf pechschwarz, Hinterleib in der Mitte angedunkelt, zur Spitze aufgehellt [Abb. 2]. Fühler und Beine dunkel rotgelb, Fühlermitte oft getrübt. Seltener das ganze Tier stärker verdunkelt [Abb. 3]. Aedoeagus: [Abb. 4]. 2,6-3,3 mm. B: Vorzugsweise in den Nestern von Formica rufa. D: Überall häufig und oft zahlreich.
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Abb. 2
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Abb. 3
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Abb. 4
lohsei Zerche, 1987🗺Coleoweb-Dunkelbraun bis fast schwarz, Fühler mit Ausnahme der Basis dunkel. Vorderkörper etwas seidenglänzend, Halsschild feiner punktiert. Kleiner und schmäler. 2,3-2,6 mm. B: Bei Formica pratensis. D: Im südlichen Mitteleuropa verstreut und selten.
#5
inquilina (Märk., 1842)🗺ColeowebHalsschild auffallend breit, reichlich um die Hälfte breiter als lang und wesentlich breiter als die Flügeldecken an den Schultern. Kopf, Halsschild und Flügeldecken mit stark ausgebuchteter Basis und daher scharfen Hinterwinkeln, gedrängt raspelig punktiert, matt. Dunkel rotbraun, Kopf, Halsschildmitte, 4. vollständiges Tergit und Vorderhälfte des 5. geschwärzt, Fühlerbasis und Beine heller rötlich. 2,3-2,7 mm. ♂: 5. Tergit mit kleinem Mittelhöcker, Hinterrand des 6. Tergits fein gezähnt. B: Bei Lasius fuliginosus. D: Überall weit verbreitet, aber selten
bercionis Bernhauer, 1926🗺Coleoweb-Halsschild schmäler, nur so breit wie die Flügeldecken, etwas glänzend, fein und weitläufig punktiert, die Basis kaum doppelbuchtig und die Hinterwinkel stumpfer. Ziemlich dunkel gefärbt (ähnlich wie lohsei LZ >>>4). 2-2,2 mm. B: Bei Formica uralensis (Moorameise). D: Nordost- und Mitteleuropa; Im nordöstlichsten Mitteleuropa (Zehlaubruch, Schwendtlunder Hochmoor); mit der Wirtsameise, die auch noch in Mecklenburg und der Schweiz vorkommt, möglicherweise weiter verbreitet.
Enthaltene Taxaangulata bercionis canaliculata inquilina lohsei wockii
Erstellt am: 05.08.2009 · Letzte Aktualisierung: 04.10.2025 - 00:27:12
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