Gattung: Hypocaccus Thoms.

ColeopteraPolyphagaHisteridaeSaprininaeHypocaccus
Von Arved Lompe (n. K. Witzgall, L. Ganglbauer)
Dahlgren, G. (1969): Zur Taxonomie der Gattungen Chalcionellus, Hypocaccus, Baeckmanniolus und Hypocacculus (Cot. Histeridae) - Entomologisk Tidskrift 90(1-2):59-70 >>>https://www.sef.nu/download/entomologisk_tidskrift/ET%201969/ET-1969-59-70w.pdf oder >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Dahlgren1969 Chalcionellus Hypocaccus Baeckmanniolus Hypocacculus.pdf"
Lackner, T. (2010): Review of the Palaearctic genera of Saprininae (Coleoptera: Histeridae) - Acta Entomologica Musei Nationalis Pragae 50(Suppl.):1-254 >>>https://www.researchgate.net/publication/272351060_Review_of_the_Palaearctic_genera_of_Saprininae_Coleoptera_Histeridae oder >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Lackner2010 Saprininae.pdf"
Stirn mit meist vollständigem Randstreifen und vorne in der Mitte vom Kopfschild erhaben gerandet; nicht punktiert. Entweder die gesamten Flügeldecken bis auf 2 auffallende Spiegelflecke runzelig punktiert oder die Stirn oberhalb der queren Randlinie mit meist 1-2 deutlichen größeren Querrunzeln oder -furchen.
Die Zähne der Vorderschienen tragen an der Spitze +/- große, sehr stark verbreiterte Dornen die hier als Dentikel bezeichnet werden. Da die Individuen sehr alt werden können, sind bei an der Küste lebenden Tieren diese Dentikel, zusammen mit anderen Strukturen der Oberfläche, manchmal völlig abgeschliffen [Abb. 1], sodaß eine Bestimmung oft nur noch nach dem Genital möglich ist.
hypocaccus_rugifrons_ck3429_vschn_us.jpg
Abb. 1
Die Arten bevorzugen sandige Böden in der Nähe von Gewässern. 22 Arten in Europa.
Mir nicht bekannte Arten aus Europa ...10
#1
→ 9Halsschild bis auf eine Punktreihe am Hinterrand glatt [Abb. 2]. Die Stirn mit einer tiefen, oft gewinkelten, bogenförmigen Querfurche. Hierher 2 ssp. einer halobionten Art der Meeresküsten. Untergattung Baeckmanniolus Reich.
hypocaccus_maritimus_vk.jpg
Abb. 2
→ 2-Halsschild zumindest an den Seiten in größerer Ausdehnung deutlich punktiert [Abb. 3].
hypocaccus_rugiceps_vk.jpg
Abb. 3
#2
→ 3Seiten der Mittel- und Hinterbrust +/- langen, anliegenden Borstenhaaren [Abb. 4]. Vorderbrust nur neben der Mitte kurz behaart.
hypocaccus_crassipes_us.jpg
Abb. 4
→ 4-Seiten der Mittel- und Hinterbrust unbehaart.
#3
crassipes (Erichson, 1834)🗺ColeowebHabitus [Abb. 5]. Das trapezförmige Mittelbrustfeld an der Basis nur 2 x so breit wie hoch [Abb. 4], Naht zwischen Hinterbrust und 1. Sternit doppelt [Abb. 6]. Braun, Fühler und Beine rotbraun. 4 Rückenstreifen, wovon der innere mit dem Nahtstreifen verbunden ist. Aedoeagus [Abb. 7]. 3-4 mm. B: Halophil, an Meeresküsten, selten im Binnenlande. D: Bisher aus Frankreich, Holland, Spanien, Albanien und Bulgarien bekannt. Vielleicht an der Friesischen Küste?
hypocaccus_crassipes_hab.jpg
Abb. 5
hypocaccus_crassipes_us.jpg
Abb. 4
hypocaccus_crassipes_hbr.jpg
Abb. 6
hypocaccus_crassipes.gif
Abb. 7
-Das trapezförmige Mittelbrustfeld an der Basis fast 3 x so breit wie hoch [Abb. 8], Naht zwischen Hinterbrust und 1. Sternit einfach [Abb. 9]. Siehe metallicus LZ >>>7
hypocaccus_metallicus_us.jpg
Abb. 8
hypocaccus_metallicus_hbr.jpg
Abb. 9
#4
→ 8Flügeldecken mit je 1 Spiegelflecken, die Punktierung erreicht an den Seiten den Basalrand [Abb. 10], der Schulterbereich ebenfalls spiegelglatt; die Punktierung runzelig [Abb. 11].
hypocaccus_rugiceps_hab.jpg
Abb. 10
hypocaccus_rugiceps_fld.jpg
Abb. 11
→ 5-Flügeldecken nur in der Hinterhälfte punktiert [Abb. 12]; die Punktur nicht runzelig oder höchstens ganz hinten etwas längsrunzelig [Abb. 13].
hypocaccus_rugifrons_hab.jpg
Abb. 12
hypocaccus_rugifrons_fld.jpg
Abb. 13
#5
→ 6Die Stirn hinter der queren Randlinie mit meist 1-2 deutlichen, größeren Querrunzeln oder -furchen [Abb. 14], sonst glatt; andernfalls Vorderschienen mit großen Zähnen und kleinen aufgesetzten Dentikeln [Abb. 15].
hypocaccus_rugifrons_ck3448_k.jpg
Abb. 14
hypocaccus_metallicus_ck3451_vschn.jpg
Abb. 15
Nessus Reichardt, 1932🗺Coleoweb-Stirn runzelig skulptiert. Vorderschienen mit kleinen flachen Zähnchen und +/- großen aufgesetzten Dentikeln [Abb. 16]. Gattung Hypocaccus, Untergattung
hypocaccus_rubripes_ck37182109_vschn.jpg
Abb. 16
#6
→ 7Zwischenräume der Punkte auf den Flügeldecken glatt und glänzend [Abb. 17], höchstens hinten fein und wenig deutlich, verloschen chagriniert.
hypocaccus_rugifrons_ms.jpg
Abb. 17
brasiliensis (Paykull, 1811)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Die Flügeldecken auf der hinteren Hälfte dicht punktiert [Abb. 18] und zwischen den Punkten matt, deutlich chagriniert [Abb. 19]. Bronzeglänzend. (=apricarius Er., 1834)
hypocaccus_brasiliensis_hab.jpg
Abb. 18
hypocaccus_brasiliensis_ms.jpg
Abb. 19
#7
rugifrons (Payk., 1798)Fundmeldungen🗺Coleoweb1. Rückenstreifen (von außen) nicht länger als die anderen und hinten nicht geschwungen [Abb. 20]. Vorderschienen mit 6 regelmäßig nach hinten kleiner werdenden Zähnen am Außenrand. Punktur der Flügeldecken stärker und wesentlich weiter nach vorne reichend als bei metallicus [Abb. 12]. Oberseite blaugrün mit metallischem Glanz. Flügeldecken mit 4 Rückenstreifen. Der innere ist mit dem Nahtstreif verbunden. Aedoeagus [Abb. 21] [Abb. 22]. 2,5-3,5 mm. B: Unter Exkrementen und Aas auf sandigen Böden, gerne in der Nähe von Gewässern. D: In ganz Mitteleuropa, im Norden meist häufig, in Süd- und Mitteldeutschland selten.
hypocaccus_rugifrons_sa.jpg
Abb. 20
hypocaccus_rugifrons_hab.jpg
Abb. 12
hypocaccus_rugifrons.gif
Abb. 21
hypocaccus_rugifrons_ck3448.jpg
Abb. 22
metallicus (Hbst., 1792)Fundmeldungen🗺Coleoweb-1. Rückenstreifen der Flügeldecken auffallend länger als die inneren, hinten geschwungen. Vorderschienen am Außenrand mit 3 großen und 1-2 kleinen Zähnen. Punktur der Flügeldecken feiner, reicht etwa nur bis zur Mitte. Metallisch grün. Flügeldecken mit 4 Streifen, der innere mit dem Nahtstreif verbunden. Aedoeagus [Abb. 23] [Abb. 24]. 2,5-3,5 mm. B: Unter Exkrementen und Aas auf sandigen Böden, gerne in der Nähe von Gewässern, auch am Meeresstrand. D: In ganz Mitteleuropa, im Norden meist häufig, in Süd- und Mitteldeutschland selten.
hypocaccus_metallicus.gif
Abb. 23
hypocaccus_metallicus_ck3451.jpg
Abb. 24
#8
rugiceps (Duft., 1805)Fundmeldungen🗺ColeowebIn der Mitte des Halsschildes ist ein Spiegelfleck. Dieser wird durch keine punktierte Mittellinie auseinandergetrennt [Abb. 3]. Blauschwarz. Flügeldecken dicht runzelig punktiert, in der vorderen Hälfte auf jeder Decke ein Spiegelfleck, welcher jeweils vom 4. Rückenstreifen begrenzt wird [Abb. 10]. Letzterer verbindet sich mit dem Nahtstreif. 3-4 mm. ♂: Letzte Segmente und Aedoeagus nach Lackner [Abb. 25], Aedoeagusspitze nach Dahgren [Abb. 26]. B: Auf sandigen Böden an Exkrementen und Aas, hauptsächlich in der Nähe von Gewässern. D: In ganz Mitteleuropa, im allgemeinen nicht selten. (=quadristriatus Hoffm.)
hypocaccus_rugiceps_vk.jpg
Abb. 3
hypocaccus_rugiceps_hab.jpg
Abb. 10
hypocaccus_rugiceps.gif
Abb. 25
hypocaccus_rugiceps-1.gif
Abb. 26
pelleti (Marseul, 1862)🗺Coleoweb-Dem rugiceps sehr ähnlich; durch gestrecktere, an den Seiten weniger gerundete Körperform, bronzeglänzende Oberseite, deutlich hervortretende Rückenstreifen, nur wenig über die Mitte nach hinten reichenden ersten Rückenstreifen und die nach vorn schmal getrennt und parallel verlaufenden, erst hinter der Spitze des Prosternums verbundenen Prosternalstreifen verschieden. Aedoeagus [Abb. 27]. 4 mm. D: Südfrankreich (Avignon, Beziers), Spanien, Italien.
hypocaccus_pelleti.gif
Abb. 27
specularis (Mars., 1855)🗺Coleoweb-Der Spiegelfleck um die Mitte des Halsschildes wird durch eine ± breit punktierte Mittellinie auseinandergetrennt. Bronzefarbig. Flügeldecken ähnlich wie bei der vorigen Art. Aedoeagus [Abb. 28]. 3-4 mm. B: Bevorzugt an sandigen Ufern D: In ganz Mitteleuropa, aber im allgemeinen sehr selten
hypocaccus_specularis.gif
Abb. 28
#9
dimidiatus (Ill., 1807)Fundmeldungen🗺ColeowebDie Punktur der Flügeldecken reicht zwischen dem inneren Rückenstreifen und dem Nahtstreif nur bis etwa zur Mitte [Abb. 29]. Flügeldecken mit 4 deutlich weniger tiefen Rückenstreifen. Schwarzbraun mit Erzschein. Aedoeagus [Abb. 30]. 3-3,5 mm. B: Halobiont. D: Art des Mittelmeergebietes, fraglich für Mitteleuropa
hypocaccus_dimidiatus_hab.jpg
Abb. 29
hypocaccus_dimidiatus-1.gif
Abb. 30
dimidiatus maritimus (Stephens, 1830)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Die Punktur der Flügeldecken reicht zwischen dem inneren Rückenstreifen und dem Nahtstreif bis weit über die Mitte, oft nahezu bis in die Gegend des Schildchens [Abb. 31]. Flügeldecken mit 4 tief eingegrabenen Rückenstreifen. Schwarz bis schwarzbraun. Fühler und Beine rotbraun. 3,5-5 mm. B: An Exkrementen, an Aas und faulenden Vegetabilien. D: Halobionte Art der Atlantikküste, nach Norden bis zum Skagerrak; Ostsee? Nicht am Mittelmeer.
hypocaccus_maritimus_hab.jpg
Abb. 31
#10
ascendens Reichardt, 1932🗺ColeowebD: Frankreich (Korsika), Italien (Sardinien), Portugal, Nordafrika, Türkei.
cupreolus Penati & Vienna, 1993🗺Coleoweb-D: Italien (Importiert), Afrika.
erosus (Wollaston, 1864)🗺Coleoweb-D: Mittelmeergebiet.
ferreri Yélamos, 1992🗺Coleoweb-D: Frankreich, Italien, Spanien, Nordafrika.
formosus Reichardt, 1941🗺Coleoweb-D: Rußland.
gridellii J. Müller, 1929🗺Coleoweb-D: Griechenland.
interpunctatus J. Schmidt, 1885🗺Coleoweb-D: Italien (Sizilien), Levante.
mundus (Wollaston, 1864)🗺Coleoweb-D: Kanarische Inseln.
puncticollis Küster, 1849🗺Coleoweb-D: Frankreich, Griechenland, Italien (Sardinien, Sizilien).
speculum (Schmidt, 1884)🗺Coleoweb-D: Frankreich, Rußland, Bulgarien; Tschechien?
tigris Marseul, 1862🗺Coleoweb-D: Südrußland.
Enthaltene Taxaascendens brasiliensis crassipes cupreolus dimidiatus erosus ferreri formosus gridellii interpunctatus metallicus mundus Nessuspelleti puncticollis rugiceps rugifrons specularis speculum tigris
Erstellt am: 11.06.2014 · Letzte Aktualisierung: 20.01.2026 - 01:04:18
Creative Commons LizenzvertragKäfer Europas herausgegeben von Arved Lompe sind lizenziert unter den Bedingungen der Creative Commons International 4.0 Lizenz BY-SA (Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen)