Familie Oedemeridae

ColeopteraHeteromera
Von Arved Lompe (n. E. Reitter, Z. Kaszab)
Seitenrand des Halsschild abgestumpft oder verrundet, ohne scharfgerandete Randkante. Kopf gerade vorgestreckt, nicht gestielt, die Schläfen hinter den Augen allmählich verengt und dann vom Halsschild überwölbt. Fühler lang und dünn, borsten- oder fadenförmig selten gesägt, frei auf der Stirn vor den Augen eingefügt. Flügeldecken wenigstens mit Spuren von Längsnerven. Die Tarsen sind unten weich befilzt, oder wenigstens das vorletzte Glied mit einer weichen Haarsohle. Von den nahe verwandten Meloiden durch den nicht abgeschnürten Kopf, die langgestreckte Gestalt und die schmale, weichere Körperdeckung verschieden. - Die Larven entwickeln sich in altem, morschem Holze und in den Stengeln verschiedener Pflanzen, die Käfer findet man auf Blüten, blühenden Bäumen und Sträuchern. Etwa 40 Arten in Mitteleuropa.
#1
→ 2Augen vorne tief ausgeschnitten; im Ausschnitt befindet sich die Fühlerbeule, auf der die Fühler entspringen - also innerhalb des Augenumrisses [Abb. 1]. Mittelhüften durch den schmalen Fortsatz der Mittelbrust getrennt. Der schmale Fortsatz des 1. Hinterleibssegments trennt auch die Hinterhüften voneinander (Unterfamilie Calopodinae).
calopus_serraticornis_k.jpg
Abb. 1
→ 3-Augen vorne entweder nicht oder flach ausgeschnitten oder tief ausgeschnitten und die Fühler vor dem Ausschnitt ohne deutliche Fühlerbeule inseriert; die Fühler stehen seitlich außerhalb oder am Rand des Augenumrisses [Abb. 2]; die flachen Wangen bedecken die Fühlerwurzel nicht. Mittelhüften einander berührend, der Fortsatz der Mittelbrust sehr kurz. Fortsatz des 1. Hinterleibssegments ebenfalls sehr kurz (Unterfamilie Oedemerinae).
anogcodes_ustulata_k.jpg
Abb. 2
#2
Calopus Fabr.Fühler sehr lang, Glieder vom 3. an gesägt und flach [Abb. 3]. 1. Fühlerglied viel kürzer als das 3., das 2. sehr klein. Stirn zwischen den Augen sehr schmal. Das Ende des Pygidiums konvex gebogen.
calopus_serraticornis_hab.jpg
Abb. 3
Sparedrus Dejean, 1821-Fühler dünn und die Glieder zylindrisch, kürzer. 1. Fühlerglied viel länger als das 3., das 2. halb so lang wie das 3.. Stirn zwischen den Augen breit. Das Ende des Pygidiums tief ausgeschnitten.
#3
→ 3aVorderschienen nur mit einem Enddorn (manchmal aber auch zwei). Fühler des ♂ 12-gliedrig (Tribus: Nacerdini) [Abb. 4] [Abb. 5].
nacerdes_melanura_hab.jpg
Abb. 4
xanthochroa_carniolica_hab.jpg
Abb. 5
→ 4-Vorderschienen mit je zwei Enddornen, die manchmal in der Schienenbeborstung kaum erkennbar sind. Auch das ♂ nur mit 11-gliedrigen Fühlern, allerdings ist das letzte Fühlerglied +/- stark abgeschnürt und kann verdoppelt erscheinen.
#3a
Nacerdes Dej.Flügeldecken mit 4 Rippen. Oberlippe und Mandibeln gelb, letztere mit dunkler Spitze.
Anogcodes-Flügeldecken mit 3 Rippen. Oberlippe stets schwarz oder metallisch [Abb. 6], Mandibeln ebenfalls dunkel, manchmal mit heller Spitze.
anogcodes_ustulata_hab.jpg
Abb. 6
#4
→ 5Endglied der Kiefertaster beilförmig. Das 2. Glied der Fühler meist halb so lang wie das 3.; Flügeldecken nach hinten nicht verengt, die 4 Längsrippen sind gleich stark oder fehlen (Tribus: Ditylini).
→ 7-Endglied der Kiefertaster schmal und zylindrisch, gegen das Ende leicht verdickt, schräg abgerundet und abgestutzt. Das 2. Glied der Fühler meist nur ein Viertel so lang wie das 3. oder kürzer; Flügeldecken nach hinten meist verschmälert, die 1. Längsrippe verkürzt oder sie fehlt, die 3. fehlt meist ebenfalls, die 2. und 4. immer vorhanden, jedoch ist die 4. oft mit dem Rand verschmolzen (Tribus: Oedemerini).
#5
Ischnomera Steph.Die seitliche (4.) Rippe der Flügeldecken entspringt weit hinter der Schulterbeule, nahe dem Seitenrand; der Raum zwischen 4. Rippe und Seitenrand sehr schmal. Die 3. Rippe entspringt aus der Schulterbeule [Abb. 7].
ischnomera_cyanea_hab.jpg
Abb. 7
→ 6-Die seitliche (4.) Längsrippe der Flügeldecken entspringt aus der Schulterbeule und läuft mit dem Seitenrand parallel, zwischen dieser Rippe und dem Seitenrand ist ein breiter Zwischenraum.
#6
Ditylus Fisch.-W.Körper groß und breit, Flügeldecken mit je 4 breiten und flachen, oft erloschenen, gekörnten Rippen, von denen die 3. vorn verkürzt ist[Abb. 8]. Naht gerandet, Seitenrand aufgebogen. Die 2 vorletzten Glieder der Hintertarsen unten befilzt.
ditylus_laevis_hab.jpg
Abb. 8
Chrysanthia Schm.-Körper klein und schmal, die Rippen der Flügeldecken schwach erhaben, nicht gekörnt [Abb. 9]. Naht nur an der Spitze und auch dort nur leicht gerandet, Seitenrand heruntergebogen. Nur das 3. Glied der Hintertarsen unten befilzt.
chrysanthia_viridissima_hab.jpg
Abb. 9
#7
Opsimea Mill.Flügeldecken mit je 4 gleichstarken Rippen, von denen die 3. vorn vor der Schulterbeule verkürzt ist. Die Zwischenräume der Rippen sind alle gleichbreit. Mit einer schmalen und tiefen Ausbuchtung der Augen an der Fühlerwurzel. Hinterschenkel beim ♂ einfach.
Oedemera Ol. Oedemera_me-Flügeldecken nur mit je 3 Längsrippen, ausnahmsweise findet man je 4 Rippen, wenn die 1. Rippe einen unregelmäßigen Seitenast hat. Ohne tiefe Ausbuchtung der Augen an der Fühlerwurzel [Abb. 10]. ♂ meist mit stark verdickten Hinterschenkeln[Abb. 11]. Tabelle nur der Mitteleuropäischen Arten.
oedemera_croceicollis_hab.jpg
Abb. 10
oedemera_podagrariae_hab.jpg
Abb. 11
Enthaltene TaxaAnogcodesCalopusChrysanthiaDitylusIschnomeraNacerdesOedemeraOedemera_meOpsimeaSparedrus
Erstellt am: 05.08.2009 · Letzte Aktualisierung: 14.03.2013 - 14:27:23
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